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Sonntag, 10. Januar 2021

#EiNaB 43: Mit dem Fahrrad zur Arbeit – besser als sein Ruf!

 


Ich liiiiiebe es, mit dem Fahrrad zur Arbeit zu fahren.

Aber das war nicht immer so. Früher gab es alle möglichen Gründe, es nicht zu tun. Die Klassiker: Zu weit, zu kalt, zu nass, zu hauptstraßig, zu schwitzig, zu zeitintensiv undundund. All diese Einwände (die du vielleicht kennst) hatte ich auch mal – und nun nicht mehr! Davon will ich dir heute erzählen. Und davon, wie auch du über deinen Schatten und die Klassiker-Einwände springen kannst.

Warum liebe ich es, mit dem Rad zur Arbeit zu fahren?

Auf den Punkt: Weil es ganz viele Vorteile hat und alles, was wie ein Nachteil aussieht, in Wirklichkeit gar nicht so wild ist.

Vorteile

Unschlagbar beim Umweltschutz

Das war mein erster Grund dafür, es doch mal mit dem Fahrrad zu probieren. Auch wenn meine Strecke 13 km lang ist. Das Radfahren heißt Null CO2 beim Fahren und ist auch sonst dem Auto (und vermutlich auch Bus und Bahn) in jeder Hinsicht ökologisch überlegen.

Sporteinheit und/oder Genussradeln

Du willst endlich mal wieder Sport treiben? Dann mach das doch einfach auf deinem Arbeitsweg! Ob morgens oder abends – Bewegung an der frischen Luft tut gut. Dabei kannst du sogar jedes Mal neu entscheiden ob du eine gemütliche Bewegungseinheit, ein krasses Power-Training oder irgendwas dazwischen hinlegen willst. Jeden Tag zwei Mal deine Entscheidung! Herrlich!

Stressabbau

Mittlerweile wissen wir es ja vermutlich alle: Bewegung hilft gegen Stress. Was du im stressigen Arbeitsalltag an Stresshormonen in deinem Körper ansammelst, muss durch Bewegung wieder weg, sonst schadet es dir. Wie praktisch ist es da, dass du dich darum gleich auf dem Heimweg kümmern kannst! Einfach indem du in die Pedale trittst. Du kommst definitiv entspannter zuhause an.

Naturerlebnis

Naturgenuss tut uns körperlich und geistig gut. Sieh dich um, lausch mal auf die Vögelein, rieche die frische Morgenluft. Praktischerweise kannst du beim Radeln auch gar nicht wirklich anderweitig digital unterhalten werden (jedenfalls nicht, wenn dir dein Leben lieb ist) – also genieß deine Umgebung und gleichzeitig ein kleines Digital Detox.

Geld sparen

Da das Fahrrad weniger kostet in Anschaffung und Betrieb als ein Auto (und auch als ein Bus- und Bahnticket), niemals kostenpflichtig irgendwo geparkt werden muss und schon gar nicht für horrendes Geld abgeschleppt oder mit Falschparkerticket belegt werden kann: Du sparst bares Geld, das du echt woanders besser investieren kannst.

Das Richtige tun

Das Gefühl, ökologisch betrachtet genau das Richtige zu tun, ist unschlagbar. Schluss mit diesem höchst unangenehmen Eindruck, sich nicht nach seinen eigenen Werten zu verhalten – auf dem Fahrrad bist du eins mit deiner Umwelt und merkst mit jeder Pedalumdrehung, dass du gerade nichts und niemandem schadest. Herzerwärmend, ich sage es dir!



Die Klassiker-Einwände

Und jetzt kurz zu den bekannten Einwänden (von denen du bestimmt schon einige gehört oder selbst mal benutzt hast – ich kenne sie jedenfalls ALLE von früher).

Einwand 1: „Dann frisst mein Arbeitsweg ja viel zu viel Zeit!“

Logo, du bist mit dem Fahrrad nicht so schnell wie mit dem Auto. Also wird der Arbeitsweg zeitlich betrachtet länger. Und das findest du vielleicht schrecklich, weil die Arbeit sowieso schon zu viel Zeit in deinem Leben beansprucht? (Kleiner Tipp am Rande: Berufliche Veränderungen sind manchmal auch eine gute Idee.)

Diesen „Das-dauert-zu-lange“-Einwand beseitigen wir mit einem Gedanken-Trick: Deine Fahrradfahrten zählst du ab jetzt gedanklich zu deiner Freizeit und nennst sie nicht mehr „Arbeitsweg“, sondern „Fahrradtour“. Und mit der tust du dir in vieler Hinsicht Gutes. Siehe oben!

Einwand 2: „Ich kann nicht verschwitzt im Büro ankommen.“

Doch, kannst du, du musst nur wie irre mit dem Rad hinrasen.

Höhö. Spaß beiseite.

Die Lösung ist: Fahr nicht so schnell, dass du schwitzt. Zumindest morgens nicht.

Und wenn du zu den vielen, vielen Leuten gehörst, die aus irgendeinem Grund von sich sagen, dass sie gar nicht langsam fahren KÖNNEN: Schreib mal ein paar Sachen auf, die du in deinem Leben schon geschafft hast. Einen Schulabschluss? Ausbildung? Studium gar? Kinder geboren? Großgezogen? Da wirst du es mit Sicherheit auch schaffen, etwas langsamer zu fahren. Zur Not nimmst du dir erstmal ein Tachometer zur Hilfe.

Einwand 3: „Ich will nicht mit zerknitterten Klamotten im Büro ankommen.“

Ich verstehe, dass du mit deinen schicken und vielleicht noch empfindlichen Büroklamotten nicht aufs Rad steigen willst.

Zwei Lösungen:

Häng dir entweder einen Vorrat geeigneter Businessklamotten ins Büro. Oder pack dir täglich dein Outfit für den Tag ein. Und ja, es gibt definitiv Anzugtaschen fürs Fahrrad. Auch die Damen und Herren aus der extraschicken Etage können mitradeln!

Einwand 4: „Meine Strecke ist nur Hauptstraße, da fährt es sich gar nicht schön.“

Klar, an der Hauptstraße zu radeln, möglichst noch sechsspurig, ist nicht sooooo schön. Daher erinner dich kurz dran, dass du neuerdings deine Fahrradfahrten am Morgen und am Abend als freizeitzugehörige Radtouren betrachtest. Und schon kannst du folgenden Trick anwenden: Such dir deine perfekte Route.

Schritt 1: Schau auf dem Stadtplan, welche Grüngebiete du in deine Strecke einbauen könntest. Und pass deine Strecke so an, dass du davon welche mitnimmst.

Schritt 2 für da, wo es nicht grün ist: Weich von der Hauptstraße aus auf die Straßen durch die angrenzenden Wohngebiete. Da ist es schön ruhig und nicht so autolastig. Und du hangelst dich quasi parallel zur Hauptachse durch.

Ja, und klar wird dein Weg dadurch etwas länger. Das wird aber vielfach durch den Genuss der perfekten Route aufgewogen (und dadurch, dass dir deine perfekte Route überhaupt erst das Radfahren zur Arbeit ermöglicht). Es ist ja dein Freizeitvergnügen!

Einwand 5: „Aber im Regen werde ich ja nass!“

Wie war noch der Spruch? Es gibt kein schlechtes Wetter, sondern nur die falsche Kleidung? Stimmt total, gerade beim Radfahren im Regen. Da brauchst du die passende Ausrüstung.

Und einen kleinen Dreh in der eigenen Betrachtungsweise kommt auch noch dazu:

Denk halt nicht: „Mist, es regnet! Wird ne ätzende Fahrt.“

Wenn du positiv gestimmt rangehst, kann das Radfahren im Regen eine erfrischende Sache sein. Denk an den kühlen Regen im Gesicht, die frische Luft bei Regenwetter. Ich habe das Regenradeln richtig liebgewonnen.

Ja, das ist möglich. Echt!

Einwand 6: „Ich hab trotzdem keinen Bock.“

Ganz ehrlich? Wenn du willst, wirst du immer einen Grund finden, nicht mit dem Rad zu fahren.

Die einzige Möglichkeit, bei der du dich nicht verarschst, ist: Ausprobieren! Und zwar mindestens vier Wochen lang, würde ich sagen, besser acht. Denn um in der totalen Genussphase anzukommen, braucht es eine Zeit: Routine bekommen, die richtige Kleidungsstrategie finden, die perfekte Route austüfteln, das beste Tempo ermitteln – und überhaupt: Sich an das Radfahren und alles, was damit zusammenhängt, gewöhnen.

Und dann – glaub es mir ruhig – kann es passieren, dass du diese Fahrten (wie ich) nicht mehr missen möchtest.

Sieh es so, dass du dir die Chance gibst, all das Gute am Radfahren mitzunehmen. Mach ein Projekt draus. Es lohnt sich!

Kleiner Tipp noch in punkto Entschlossenheit: Entscheide dich nicht erst morgens, ob du Rad fährst oder anders. Die Entscheidung sollte lieber abends schon stehen, die Tasche gepackt und die Klamotten bereitgelegt sein. Dann machst du nicht so leicht einen Rückzieher.



Zutaten

Was du brauchst

Was du unbedingt brauchst: Nur ein Fahrrad!

Und das muss keinesfalls neu, besonders fancy oder gar elektrisch betrieben sein. Es sollte einfach ein Fahrrad sein, auf dem du gut fahren kannst. Das dich nicht gleich nervt, wenn du aufsteigst. Und auf dem du auch ein paar Kilometer abradeln kannst, ohne dass dir alles weh tut.

Was du eventuell noch gebrauchen kannst

Das stellt sich eigentlich erst während deiner Testphase heraus. Es ist nicht so viel, wie man denken könnte. Meine Ausrüstung sieht so aus:

·         Helm,

·         dünne Funktions-Helmmütze für kalte und kühle Tage,

·         Softshelljacke,

·         neonfarbene, reflektierende Weste,

·         Regenhose,

·         Regengamaschen für über die Schuhe,

·         Regenjacke,

·         gute Handschuhe für kalte Tage,

·         früher hatte ich mal ein Tachometer, aber jetzt nicht mehr.

Beschaff dir deine Ausrüstung am besten Schritt für Schritt. Immer dann, wenn du merkst, dass dir was fehlt.

Und nun?

Ab aufs Radl! Du musst weder auf den nächsten Monatsersten noch auf das nächste Jahr noch auf eine bestimmte Jahreszeit warten. JETZT ist der richtige Zeitpunkt.

Sogar im Winter kannst du loslegen (nur auf Glatteisfahrten würde ich persönlich verzichten, ist aber Geschmackssache). Dann hast du sogar den Vorteil, dass es nur noch besser werden kann – du radelst in den Frühling.

Ich wünsche dir viele Atemzüge voll frischer Luft, einen freien Kopf am Abend und allzeit gut gefüllte Reifen.

 

Deine Birte

www.deinwichtig.de & www.wirwollennachhaltigleben.blog

💚💚💚

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Freitag, 2. Oktober 2020

#EiNaB 41: Vernetzt euch! Informiert euch! Bleibt nachhaltig!

Liebe Freunde der Nachhaltigkeit! 😏

Themen wie Nachhaltigkeit im Alltag, Umweltschutz, Klima und Plastik sind so drängend wie nie. Auf dieser Seite laden wir - ein loses Netzwerk von Bloggern - euch ein, eure aktuellen Posts zu diesen Themen hier zu verlinken. 

Die Idee dahinter: Auf diese Weise können andere Blogger aller Plattformen euch und eure Posts besser finden, ihr kommt ins Gespräch und könnt euch vernetzen. 

Reifes Getreide mit alter Maschine davor


Braucht es #EiNaB noch?

Was sagt ihr dazu? "einfach. nachhaltig. besser. leben." gibt es jetzt seit einigen Jahren, das Netzwerk verändert sich stetig und so auch die Linkparty. Habt ihr Ideen, Vorschläge, Anregungen oder wollt irgendwie teilnehmen - kommentiert hier oder schreibt uns auf unseren Blogs. Wir lassen diese Linkparty bis Jahresende offen und sammeln Ideen. 

Wir wünschen euch weiterhin viel Spaß beim Bloggen und bei eurem Engagement für eine lebenswerte Welt! 

Es grüßen herzlich 💚,

Marlene vom Blog "Verrücktes Huhn" & Traude vom Blog "Rostrose"

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Freitag, 10. Juli 2020

#EiNaB 40: Kleine Schritte

Zum ersten Mal dürfen wir Wolfgang vom Blog "Gartenwonne - Ein Fachwerkhaus im Grünen" als Gastgeber bei "einfach. nachhaltig. besser. leben." begrüßen! Es geht um die Frage, wie man seinen Alltag umweltfreundlicher gestalten kann. Wolfgang erzählt, womit er angefangen hat:

Wie können wir unsere Umwelt schützen? Was können wir sofort tun? Man muss nicht auf alles verzichten. Ein wichtiger Anfang ist gemacht, wenn man seine Gewohnheiten, Vorgehensweisen ändert, oder auf Dinge verzichtet, die man ohnehin nicht braucht.

Es gibt viele Punkte im täglichen Leben, die man überprüfen kann, um dann mit kleinen Schritten der Umwelt zu helfen. Wenn viele das tun, dann wird aus einem kleinen Schritt ein großer und wir können der Natur damit gemeinsam helfen. Sicher ist der ein oder andere Schritt für den einen leichter und für andere schwerer. Deshalb ist es einfacher, wenn wir uns von dem trennen, was uns leicht fällt.

Ein paar dieser Punkte, die wir in unserem Leben beachten und umsetzten, möchte ich hier beschreiben.


Das Internet

Das weltumspannende Netz, ohne das unser modernes Leben undenkbar ist, hat laut einer Studie 2012 alleine 4,6 Prozent des weltweit erzeugten Stroms verbraucht. Das ist mehr als Deutschland alleine verbraucht.

Nicht nur das Netz an sich benötigt diesen Strom, ein Teil wird auch dafür aufgewendet die Umgebungstemperatur der Server auf konstant 22 Grad zu halten. Sonst wird es denen einfach zu warm.

Alleine in Deutschland gab es 2018 rund 50.000 Rechenzentren mit einem geschätzten Verbrauch von 14 Terawattstunden.

Terawatt
Was ist überhaupt ein Terawatt? Zunächst mal eine unheimlich große Zahl. Tera steht für Billion, also gleich 1000 Milliarden, oder ausgeschrieben 1.000.000.000.000. Das kann man sich nicht mehr vorstellen.
Es ist vielleicht kein Zufall, dass Tera übersetzt Ungeheuer heißt. (Kommt aus dem Griechischen.)

Alles, was wir in diesem Netz tun, frisst Energie. Und es wird immer mehr, nicht nur weil immer mehr Menschen Zugang haben, sondern weil wir es auch immer mehr nutzen.


Was können wir sofort tun, um den Stromverbrauch zu senken?

Nicht bei jeder Frage sofort googeln. Früher gab es mal Lexika oder auch andere Nachschlagewerke, wie etwa Fremdwörterbücher und dergleichen mehr. Bei mir stehen diese Werke noch im Regal und ich benutze sie auch noch. In den Büchern steht dann auch nicht soviel Schrott drin, wie Google ihn leider immer wieder zu bestimmten Themen ausspuckt. Auch Wikipedia ist nicht frei von Fehlern, ein Lexikon ist oft noch weitaus sorgfältiger recherchiert und zusammengestellt worden.


Newsletter

Die dürfte auch so ziemlich jeder bekommen, der sich im Netz rumtreibt. Und wie viele davon werden wirklich gelesen? Können die weg? Ich habe viele Newsletter abbestellt. (Leider klappt das nicht immer sofort.) Sie haben nur noch mein Postfach vollgemüllt und ich habe sie nur noch gelöscht. Aber nicht nur das Schicken und Empfangen kostet Strom, sondern auch das Löschen. Und mich hat es Zeit gekostet.

Ich weiß, dass ist nur sehr wenig Strom, aber wir müssen im Kleinen anfangen. Das Große, die Politik, die Konzerne sind viel zu träge. Wenn man die Welt ändern möchte, dann sollte man es tun. Und nicht nur fordern. Fordern ist immer mit Warten verbunden.


Bilder

Bilder sind mittlerweile eine richtige Flut geworden. Im Zuge der Smartphones rennen jetzt alle mit einer Kamera rum, jederzeit verfügbar. Braucht man wirklich immer und überall ein Bild? Wann sehen wir uns die ganzen Bilder eigentlich nochmals an? Und dann werden diese Fotos auch noch in der Cloud gesichert. Das ist dann wieder Datenverkehr im Netz, der Strom schluckt.

Warum werden die meisten Bilder eigentlich kostenfrei von den Konzern gesichert? Machen die das wirklich nur für uns? Oder ist das nicht auch ein riesiger Datenschatz?

KIs sind in aller Munde, das ist das nächste große Ding. Aber eine KI alleine ist nichts. Sie muss trainiert werden. Und dafür braucht man Daten, viele und alle möglichen Daten. Wie soll eine KI es lernen, Bilder zu entschlüsseln? Die Zahl der Motive ist gewaltig, woher soll ein Konzern so viele verschiedene Bilddaten aus der ganzen Welt bekommen? Mitarbeiter um den Globus jagen?


Hinzu kommen dann auch noch Videos. Noch mehr Daten, noch mehr Stromfresser.

Hier können wir sofort etwas tun. Einfach weniger Bilder schießen und diese dann nicht in der Cloud speichern, oder als Hobbyfotograf wenigstens auf das Speichern aller Bilder in der Cloud verzichten.


Hände waschen

Irgendwann wurde mir bewusst, dass unheimlich viele Menschen ihre Hände mit warmen Wasser waschen. Das kostet Energie und ist vollkommen unnötig. Warum die Hände nicht mit kaltem Wasser waschen? Man gewöhnt sich daran und dann ist es nicht mehr unangenehm.


Mülltüten

Mülltüten bedeuten letztlich nur noch mehr Plastikmüll, der schon bei seiner Herstellung Energie frisst und dann in der Umwelt landet. Plastik wird nicht abgebaut und jeder hat schon von den Plastikinseln in den Meeren gehört. Diese als riesig zu bezeichnen, kommt mir wie eine Untertreibung vor.

Wir benutzten diese Tüten auch. Aber wir nutzen sie solange bis sie kaputt oder so schmutzig sind, dass wir sie nicht weiter verwenden können. Dazu trennen wir den Müll erst dann, wenn er in die Abfallbehälter der Müllabfuhr kommt. Danach ist die Tüte wieder leer, und wir verwenden sie nochmals.



Überhaupt sollte man auf soviel Plastik wie möglich verzichten.


Der Garten

Wer einen Garten hat, kann ihn so naturnah wie möglich anlegen und damit einen Lebensraum schaffen, den man sich mit den Tieren teilt. Natürlich ist das ein Kompromiss. Wir lassen zum Beispiel ganz bewusst Totholz im Garten stehen oder liegen. Totholz kann auch ein Element sein, mit dem man den Garten gestaltet. Natürlich gibt es noch viele andere Möglichkeiten, wie etwa Insektenhotels und dergleichen mehr.



Diese Liste lässt sich sicher beliebig ergänzen und wenn Du noch eine tolle Idee hast, dann immer her damit.

Viele liebe Grüße

Wolfgang



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Sonntag, 10. November 2019

#EiNaB 36: Omas Schatzkiste vs. Großkonzerne

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Der Titel klingt ein bisschen nach einem Kampf von David gegen Goliath. Oder vielleicht auch nach Perseus versus Medusa mit ihren Schlangenhaaren und glühenden Augen. Oder nach dem Kampf des Herakles mit der neunköpfigen Schlange Hydra. Und darum geht es hier wohl auch.
Es geht um mächtige Riesenkonzerne, die der Menschheit das Hirn vernebeln und wie ein vielköpfiges Ungeheuer zerstörerisch und gierig auf der Erde wüten. Und es geht um altes und neues Wissen, mit dessen Hilfe wir in der Lage sind, dem Monster die Stirn zu bieten.

Wir müssen es nur tun.


  
[Dieser Beitrag kann Werbung enthalten - durch Links zu externen Seiten, desweiteren durch Fotos, Orts-, Firmen-, Lokal- und Produktnennungen... - die ohne Sponsoring, ohne Auftrag und ohne Bezahlung erfolgt. Hauptsächlich jedoch enthält er Anti-Werbung.]

Collage aus kostenlosen Bildern von Pixabay

Servus, Ihr Lieben!


Schaut ihr euch ab und zu die Reklame im Fernsehen an? Ich meine jetzt wirklich anschauen und zuhören - nicht bloß den Werbeblock unaufmerksam nebenher laufen lassen und zwischendurch aufs Klo verschwinden. Man sollte sich diese Einschaltungen nicht entgehen lassen. Immerhin bieten sie mehr geheimnisvolle Hintergründe als so mancher Thriller, jede Menge Lug und Trug und kriminelle Machenschaften, zumeist mit eingängiger Musik untermalt und in äußerst fantasievolle Geschichten und Traumbilder verpackt.


Beispiel gefällig?
Wenn ihr euch im Werbefernsehen „ein Märchen von Lenor“ erzählen lasst, in dem die Prinzessin sich vom feschen Prinzen nicht wachküssen lassen möchte, hat das nichts mit Emanzipation zu tun, sondern mit Wäscheduft, der angeblich besser ist als jeder Prinz. Und eines daran ist wahr: Hier wird tatsächlich ein Märchen erzählt. Wie die meisten KonsumentInnen längst wissen sollten, lösen Wäscheparfums, Weichspüler & Co. nicht nur Allergien aus, sondern sind unter anderem schädlich für Wasserorganismen. Und damit schädlich für uns alle. (Das trifft nur in den seltensten Fällen auf Prinzen zu. Auf manche Politiker leider schon.) Waschmittel-Pods sind zwar neu auf dem Markt, aber auch nicht besser für die Umwelt. Solche Produkte beinhalten Chemie, Mikroplastik und Allergieauslöser in unterschiedlichsten Zusammensetzungen, sie sind in jede Menge Plastik verpackt – und somit eine dufte Umweltbelastung.

Trotzdem wird das Zeug gekauft. (Und zwar ganz offenbar in riesengroßen Mengen, sonst wären die Konzerne, die hinter solchen Produkten stehen, nicht dermaßen reich.) Vielleicht (oder vermutlich) wird es nicht von euch gekauft, die ihr hier lest - aber dennoch hat es mit uns allen zu tun...

Von den Problemen, die durch die Produktion, den Transport, die Verpackung und die Verwendung eines Produkts verursacht werden, erzählt in der Werbung keiner auch nur ein Wort. Und obgleich Werbung "nicht lügen darf", sind Übertreibungen (à la weißer als weiß, ein Wisch und weg...) vom Gesetzgeber abgesichert. Denn lt. Rechtssprechung könne der durchschnittlich informierte, situationsadäquat aufmerksame und verständige Durchschnittsverbraucher sogenannte „reklamehafte Übertreibungen“ erkennen (KG, Beschluss vom 03.08.2010 – 5 W 175/10 *). Mehr dazu HIER.  

* Dieser Beschluss bezieht sich auf Deutschland, doch in meiner Heimat Österreich dürfte es sich genauso verhalten, 
denn auch hierzulande werden ungeniert fantastische Geschichten von wundersamen Mitteln aller Art erzählt.


Dass ich nicht lache!
Ich unterstelle hier einfach mal, dass der "durchschnittlich informierte, situationsadäquat aufmerksame und verständige Durchschnittsverbraucher" keine Ahnung hat, was durch einen Großteil der beworbenen Produkte angerichtet wird. Weil der Zugang zu diesen Informationen heutzutage zwar leichter zu finden ist als in der Vor-Internet-Ära, aber trotzdem längst nicht so leicht wie der Zugang zu all dem Positiven, das uns die Propaganda einhämmert. Und die wenigsten suchen ja überhaupt danach.

Ich unterstelle weiter, dass der zitierte Durchschnittsverbraucher sich trotz aller Aufgeklärtheit von manchem schönen Bild, manch einem Slogan, manch einem Jingle in der Werbung einlullen lässt. Erst vor wenigen Tagen sah ich eine Werbeeinschaltung von Knorr, die suggerierte, um wieviel gesünder die Welt wird, wenn man Knorr-Produkte verwendet: Braune Landschaften überzogen sich mit frischem Grün. Nachhaltigkeit war das verwendete Schlagwort in dieser Reklame. Und ich würde es für bare Münze nehmen, vielleicht sogar verinnerlichen, hätte ich nicht eben erst über Unilever recherchiert - jenen Großkonzern, der hinter der Marke Knorr steht. Ihr werdet ein Stück weiter unten lesen, mit welchen Verbrechen an Natur und Menschen Unilever in Verbindung gebracht wird.

Wer von euch denkt bei Käse oder Schokolade nicht eher an grüne Almen und kernige Bergbauern als an Massentierhaltung in sterilen Ställen? Wer von euch meint nicht, dass saubere Wäsche "irgendwie duften" sollte. (Sollte sie nämlich nicht - im Gegenteil, Duft lenkt oft nur ab: Saubere Wäsche sollte einfach nur sauber sein.) Wer von euch weiß, dass es sich bei der berühmten Piemont-Kirsche, mit der Mon Chéri angeblich gefüllt ist, um einen Marketing-Gag von Ferrero handelt? (Die Kirschen stammen größtenteils aus Chile, zuweilen aber auch aus anderen Ländern - wo auch immer sie am günstigsten eingekauft werden können. Tatsächlich ist der Begriff Piemont Kirsche eine Erfindung von Ferrero; der Name wurde von der Firma geschützt.)

Wer hier jetzt dreimal hintereinander voller Überzeugung "Ich!" gerufen hat, ist definitiv schon ein paar Meilen weiter als der verständige Durchschnittsverbraucher. Und Hand aufs Herz: Wer von euch hat noch nie im Leben einen Werbeslogan wiederholt oder ein Lied geträllert, das aus dem Werbefernsehen stammt? Ich nehme an, das machen Kinder so, und Erwachs'ne ebenso. Nicht immer, aber immer öfter.

Wir haben natürlich alle schon gehört, dass Werbung auf Sehnsüchte und Emotionen abzielt - heile Familie, grenzenlose Freiheit, geliebt werden, mehr Zeit haben, schlank sein oder faltenfrei, dazugehören, gute Eltern sein, besser, klüger, beliebter, attraktiver, reinlicher oder reicher erscheinen als die Nachbarn, ... blablabla... Manchmal wird der Spieß umgedreht, dann sehen wir Verlierer, zickige Teenager, Menschen "wie du und ich"... aber auch ihnen dürfen wir nicht trauen, auch sie wollen uns nur etwas verkaufen. Eigentlich wissen wir, dass Werbung mit uns spielt, dass wir sie nicht ernst nehmen dürfen, dass kein Produkt uns Freiheit oder Beliebtheit oder glatte Haut schenkt. Und doch will irgendetwas Kleines, Vertrauensvolles in uns daran glauben, dass in einigem, was uns da vorgegaukelt wird, ein Körnchen Wahrheit steckt. 

Denn wenn es nicht so wäre, würde die Menschheit mindestens 90 % der beworbenen Produkte nicht kaufen. Weil niemand sie wirklich braucht.


Collage aus kostenlosen Bildern von Pixabay


Schluss mit der Märchenstunde!
Der Märchenerzähler im Lenor-Fall ist der Großkonzern Procter & Gamble. 
Man möchte kaum glauben, wie viel Dreck am Stecken ein Unternehmen haben kann, das Waschmittel bewirbt. Und doch stand und steht P&G immer wieder wegen schmutziger Angelegenheiten in der Kritik: Tierversuche, Preisabsprachen, Umweltzerstörung,… Unter anderem wurde der Konzern mit der gewaltsamen Vertreibung von indigenen Einwohnern sowie der großflächigen Rodung von Regenwald in Zusammenhang gebracht. (Damit ist er leider kein Einzelfall.)

Mehr darüber könnt ihr HIER nachlesen. Unter diesem Link könnt ihr außerdem erfahren, hinter welchen Marken der milliardenschwere Konzern Procter & Gamble sonst noch steht. Hier nur eine Auswahl der wichtigsten: Meister Proper, Pampers, Oral B, Oil of Olaz, Head & Shoulders, Gilette, blend-a-med, Ariel, Dash, Fairy, Febreze, Swiffer, Pantene, Braun Elektrogeräte, … 

Fällt euch etwas auf? Im TV scheint sich (zumindest in manchen Sendern) eine P&G-Werbung an die nächste zu reihen. Nunja, natürlich nicht ganz – es gibt ja auch noch ein paar andere Großkonzerne…



Regenwaldrodung wegen Palmöl: Müsste bei jedem Produkt gezeigt werden, welches Leid und welche Zerstörung es verursacht, würde (hoffentlich) nichts von alledem mehr gekauft werden... Fotos: via / via / via / via


Noch ein paar ach so beliebte Marken:
Hinter Markennamen wie Knorr oder Pfanni, Coral oder OMO, Lipton, Mazola, Thea, Slim-Fast, Dove, Lux, Rexona, Signal, … steht der Großkonzern Unilever. Ja, genau, der oben erwähnte, der angeblich die Landschaft grüner macht und mit Nachhaltigkeit wirbt (weil er für ein paar Produkte heimische Kräuter verwendet!)...

Unilever ist mit jährlich 1,6 Millionen Tonnen der größte Palmölkonsument weltweit! Das sollte man bei jeder Tütensuppe, jedem Waschpulver und jeder Körpermilch bedenken. Denn leider wird das Palmöl auch für diesen Konzern weder auf umweltschonende noch auf menschen- oder tierfreundliche Weise gewonnen: Verdrängung der indigenen Bevölkerung mit Waffengewalt und Raubbau an der Natur in Sumatra, Trockenlegung und Rodung von Sumpfwäldern in der Elfenbeinküste, die das letzte Rückzugsgebiet bedrohter Tierarten waren, Ausbeutung von Landarbeitern, Rodung weiter Flächen Regenwald im Kongo für Palmöl-Plantagen zur Seifenherstellung… all das geht auf das Konto dieses Unternehmens. Und schlägt sich dort aber traurigerweise nicht negativ zu Buche...

Unter DIESEM Link könnt ihr euch über weitere Marken von Unilever informieren. (Bis zum 2. Juli 2018 gehörte auch Rama noch dazu, aber diese Marke wurde mittlerweile abgestoßen. Was jedoch bestimmt nicht bedeutet, dass da plötzlich kein Palmöl aus Regenwaldrodung mehr drin wäre.) 


Wir sollten solche Bilder in unseren Köpfen behalten: 

Regenwaldbrandrodung in Indonesien und Peru / vor dem Feuer flüchtende Orang Utans in Indonesien.
Fotos: via / via / via / via

Schlimmer geht immer:
Und wer steht hinter den Marken Maggi, Wagner-Pizza, Nespresso und Nescafé, Mövenpick, Thomy, Lion, Kitkat, Buitoni, Nestea, Purina, Felix (und manchem anderen Tierfutter) sowie vielen, vielen weiteren Marken? Richtig, die Firma Nestlé - ... jener Großkonzern, dessen Unternehmenspolitik wegen unzähliger Umweltvergehen, dem Vorwurf der Wasserausbeutung, Regenwaldzerstörung und ungesunder Babynahrung immer wieder in der Kritik steht. Mehr darüber könnt ihr HIER erfahren.  

Aktuell stellt sich der Konzern gegen ein neues Abkommen, das Millionen Kakao-Bauern aus extremer Armut befreien würde. Indem Nestlé den Kakao-ProduzentInnen einen existenzsichernden Lohn verweigert, werden deren Kinder dazu genötigt, statt in die Schule auf die Felder zu gehen, um einen Teil zum kargen Familieneinkommen beizutragen. Eine Petiton gegen diese neuerliche Unfairness von Nestlé findet ihr am Ende dieses Beitrags.

Bei Umweltschützern und Menschenrechtlern gilt der Nestlé-Konzern allein schon wegen seiner kaltschnäuzigen Wasserpolitik als eines der schlimmsten Unternehmen überhaupt. (Hier nur ein Beispiel von vielen.) Leider sind die Marken dieses Konzerns schwerer zu vermeiden als viele andere, weil er in so vielen Firmen die Finger drin hat. (Aber wir geben unser bestes - und auch unsere Katzen haben wir auf anderes Futter umgestellt, sobald wir erfuhren, was da abgeht. Sie haben es locker verkraftet und werden jetzt vermutlich auch gesünder als früher ernährt.)

Hier kommt ihr zur Wikipedia-Liste der Nestlé-Marken, wenn ihr sie, so wie wir, möglichst boykottieren wollt. Diese Liste ist nicht ganz vollständig; wir haben erst vor kurzem erfahren, dass der von uns verwendete Malzkaffee Linde (ebenso wie die anderen bekannten Kaffee-Ersatzgetränke Caro und Kathreiner) zu Nestlé gehören. Seit wir das wissen, verwenden wir Lupinen- oder Getreidekaffee aus dem Reformhaus, der schmeckt genauso gut. (Wir mischen den Kaffee-Ersatz nämlich gern zum Bohnenkaffee - das macht ihn geschmacklich "molliger" und leichter verträglich. Und unser Bohnenkaffee ist natürlich kein Nescafé oder Nespresso, sondern ein guter Fair-Trade und Bio-Filterkaffe.) Apropos Kaffee - wenn ihr den ergänzenden Beitrag in meinem Blog Rostrose lest, findet ihr dort einige interessante, umweltfreundliche Verwendungstipps für Kaffeebohnen, gemahlenen Kaffee oder sogar Kaffeesatz!

Wenn ihr Kosmetik verwendet, interessiert euch vielleicht auch, dass Nestlé rund 23 Prozent vom weltgrößten Kosmetikhersteller, L’Oréal, besitzt. Und dazu gehören wiederum die Marken Garnier, Maybelline, Essie, Vichy, außerdem Diesel-Jeans...! Hier kommt ihr zum L'Oreal-Marken-Portfolio. *)

*) Und Vorsicht, auch der Naturkosmetik-Hersteller Logocos mit Marken wie Logona oder Sante gehört mittlerweile zum Kosmetikkonzern L’Oréal. All diese Marken haben sich bei uns rausgekickt. Unser Leben ist dadurch billiger geworden, aber keineswegs ärmer.


https://netzfrauen.org/wp-content/uploads/2013/11/nestle.jpg
Hier nur eine unvollständige Übersicht - Bildquelle: https://netzfrauen.org/wp-content/uploads/2013/11/nestle.jpg 



Milliardengewinne – auf Kosten der Umwelt, auf unser aller Kosten:
Bleiben wir für den Anfang mal bei den vorhin genannten Unternehmen, denn durch die von ihnen vertriebenen "alltäglichen" Produkte sind sie allgegenwärtig - und sollten von Konsumenten als das wahrgenommen werden, was sie sind: als Synonyme für Gier (ihr wisst schon: Unersättlichkeit, Raffsucht, Nestlé, Raffgier, Habsucht, Unilever ...)

😡
Mit einem Umsatz von 93,4 Milliarden US-Dollar steht Nestlé laut den Forbes Global 2000*) immer noch auf Platz 42 der weltgrößten Unternehmen - Stand: Mai 2019). Im Jahr 2015 stand die Firma zwar noch auf Platz 30 und ist somit etwas abgesackt, aber der Gewinn auf Kosten der Umwelt liegt auch jetzt noch bei immerhin 10,4 Milliarden USD. Diese Zahlen habe ich von hier. Auf der Wikipedia-Nestlé-Seite fand ich bis zum Redaktionsschluss für diesen Artikel noch andere Zahlen. 

Wie auch immer, die Zahlen sind zu hoch. Reiche und skrupellose Unternehmen wie Nestlé sind gefährlich. Sie haben viel Geld für perfekt gemachte, eingängige, glaubwürdig verpackte Werbung auf der hohen Kante, die einen großen Teil der durchschnittlich informierten, situationsadäquat aufmerksamen und verständigen Durchschnittsverbraucher manipuliert - und sie können in der Umwelt schrecklich großen Schaden anrichten. Nein, sie können nicht nur, sie tun es auch! UND sie zerstören kleinere Unternehmen, indem sie sie ausbooten oder aufkaufen. Doch es kommt noch dicker, wenn solche Konzerne direkt auf die Politik Einfluss nehmen. Ausgerechnet Nestlé hat dazu einiges vor - siehe Petition weiter unten!

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Der Großkonzern Procter & Gamble machte im Jahr 2017 einen Umsatz von 66,4 Milliarden US-Dollar, bei einem Gewinn von 10,1 Mrd. USD und steht somit auf Platz 55 der weltgrößten Unternehmen. Die Zahlen habe ich von HIER.

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Mit einem Umsatz von 60,6 Mrd. US-Dollar, bei einem Gewinn von 6,9 Mrd. USD, steht Unilever auf Platz 103 der weltgrößten Unternehmen (ebenfalls Stand 2017).

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Lasst euch all diese Milliarden einfach mal auf der Zunge zergehen. 93,4 Milliarden - 10,4 Milliarden - 66,4 Milliarden ...! Und auf der anderen Seite der Waagschale eine Natur, die am Verrecken ist (und uns alle in den Abgrund mitreißen wird, wenn wir so weitermachen)! 

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Und das alles, weil es diesen Konzernen gelungen ist, der Menschheit einzureden, dass Instant-Speisen, nach "Aprilfrische" riechende Wäsche, überzuckerte Frühstücksflocken, Ausbeuterkaffee in Aluminiumkapseln und ein Glatzkopf, der unser Badezimmer mit diversen sehr bedenklichen Inhaltsstoffen poliert ... irgendwie besser oder praktischer oder erstrebenswerter sind als die umweltfreundlichen und preisgünstigen Lebensmittel und Reinigungszutaten, die bis vor ein paar Jahrzehnten in so ziemlich jedem Haushalt verwendet wurden.  

Können wir Werbung für Produkte oder Firmen, die auch nur annähernd mit Umweltzerstörung zu tun haben, nicht einfach abschaffen?
Ich wäre dafür!


*) Auf den vordersten Rängen dieser Liste finden sich sonst vor allem Banken und Versicherungen, Automobilindustrie, Softwareentwickler und Firmen, die mit Elektronik, Öl und Gas und Telekommunikation zu tun haben - KLICK. Mit ziemlicher Sicherheit sind die meisten von ihnen auch nicht durch pure Menschenliebe und Umweltfreundlichkeit so groß geworden. Unten findet ihr eine Petition, die Greenwashing im Zusammenhang mit Investments verbieten soll - das wäre mal ein Schritt, um auch in diesem Bereich etwas zu tun. Und ich denke, wenn wir im übrigen bei der Vermeidung sogenannter Alltagswaren beginnen, ist fürs erste schon viel gewonnen.


Collage aus kostenlosen Bildern von Pixabay


Was können WIR tun?

Ich gebe euch hier nur ein paar Stichworte - dieser Beitrag ist ohnehin schon sehr lang. Doch ich habe zeitgleich ein ausführliches Rostosen-Posting zu genau diesem Thema gebastelt - und das könnt ihr ab sofort in meinem Blog unter DIESEM Link nachlesen.

  • In " Großmutters Schatzkiste" kramen und daraus lernen: Unter diesem Link findet ihr sieben Hausmittel, die fast alle Drogerieprodukte ersetzen: https://www.smarticular.net/diese-hausmittel-ersetzen-fast-alle-drogerieprodukte/
  • Auch tolle Kosmetik lässt sich aus Hausmittelchen wie z.B. Natron oder Essig selber herstellen - extrem preisgünstig und wirklich auch sehr effektiv! Tipps zum Herstellen von Naturkosmetik findet ihr z.B. hier: https://www.smarticular.net/bio-natur-kosmetik-zu-hause-herstellen-einfuehrung-und-grundlagen/
  • Von der nächsten Generation lernen: Es gibt mittlerweile clevere neue Produkte, die nachhaltiger hergestellt werden als in den letzten Jahrzehnten oder die auf andere Weise umweltfreundlicher sind. Tipps dazu könnt ihr in meinem oben verlinkten Beitrag nachlesen.
  • Uns genau informieren: Welche Firma steht hinter welchem Produkt? Wikipedia gibt in zahlreichen Fällen Auskunft darüber – auch welche Kritik es im Zusammenhang mit der betreffenden Marke oder Firma gibt. Nehmt euch einfach mal die Zeit, seht euch Werbung bewusst an und schlagt nach.
  • In der unteren Grafik könnt ihr euch zahlreiche Vernetzungen von bekannten Marken mit Großkonzernen ansehen. Sofern die Graphik auf eurem Bildschirm zu klein dargestellt wird, könnt ihr DIESEN LINK anklicken, da erhaltet ihr sie Bildschirm-füllend.   
  • Manche Produkte komplett vermeiden und zu anderen Produkten Alternativen verwenden: Die meisten Produkte dieser Unternehmen können gut vermieden bzw. durch umweltfreundlichere und gesündere Produkte ersetzt werden. Damit tut ihr euch selbst etwas Gutes - und der Welt ebenfalls. 

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Bildquelle: https://utopia.de/app/uploads/2015/05/141022-oxfam-grafik-z_oxfam_1600x970.jpg



  • Organisationen unterstützen: Organisationen wie SumOfUs, Avaaz, Campact, Rettet den Regenwald, Greenpeace, WWF ... ziehen Konzerne wie Bayer-Monsanto, Nestlé und McDonald’s zur Verantwortung, zeigen auf, informieren die Öffentlichkeit, kämpfen gegen Umweltzerstörer und Wilderer an, sammeln Unterschriften... Doch diese Organsiationen sind auf unsere Spenden angewiesen, um Großkonzerne in Schach zu halten. Es ist daher wichtig, dass möglichst jeder von uns auch hier seinen Beitrag leistet. Und wenn es nur einige wenige Euro pro Monat sind - die Menge der Mitglieder macht's! 
  • Petitionen unterschreiben: Auch wenn es nur eine virtuelle "Unterschrift" ist - damit wurde schon viel erreicht! Indem wir Politikern und Entscheidungsträgern zeigen, dass wir viele sind und dass wir ihnen auf die Finger sehen, bedienen wir uns der Macht, die uns als Konsumenten und als Bürger demokratischer Staaten zusteht. Wir können damit somanches zum Guten verändern! Ich poste hier einige wichtige Petitionen:
  • Nestlé-Mann in der Politik! Vor kurzem habe ich die Nachricht erhalten, dass der Nestlé-Lobbyist Christian Frutiger bald die Schweizer Politik aufmischen könnte, indem er einen Spitzenposten in der Schweizer Entwicklungspolitik erhält. Sein dortiger Arbeitsbereich? Die internationale Wasserpolitik! Das wäre fatal! Gerade in Zeiten der Klimakrise müssen Staaten die wertvollen Wasserressourcen schützen, statt sie der Gier von Großkonzernen auszuliefern. Es wäre daher äußerst wichtig, dass möglichst viele von euch (egal, in welchem Land ihr lebt) die Petition an die Schweizer Regierung gegen diese Ermächtigung unterschreiben - HIER ist der Link zur virtuellen Unterschriftenliste.
  • Schon wieder Nestlé: LandwirtInnen in Ghana, der Elfenbeinküste, Kamerun, Nigeria, Indonesien, Ecuador und einigen andere Länder Lateinamerikas produzieren fast den gesamten Kakao der Welt, aber Nestlé zahlt ihnen nur ein paar Cent für ihre Bemühungen. Die Regierungen von Ghana und der Elfenbeinküste wollen nun gemeinsam für einen höheren Mindestpreis für Kakao sorgen. Mit dieser fairen Bezahlung müssten von den LandwirtInnen keine Kinder mehr auf die Felder geschickt werden. Unternehmen wie Uncommon Cacao und Valhrona haben ihre Unterstützung zugesagt - doch Nestlé, einer der reichsten Konzerne dieser Welt - stellt sich gegen ein neues Abkommen, das die Kakaobauern aus extremer Armut befreien würde! Hier geht es zur Petition an Nestlé, einen weltweiten Mindestpreis für Kakao zu unterstützen und einen fairen Lohn an die Kakao-ProduzentInnen zu zahlen!
  • Greenwashing: Finanzkonzerne verkaufen uns im großen Stil vermeintlich "grüne" Investments. Aktuell sind 30 Billionen Euro in solchen Fonds angelegt. Das Problem: In Wahrheit legen die Finanzkonzerne unser Geld in Öl, Atomkraft und Braunkohle an. Und zerstören damit unser aller Natur. Doch es gibt Hoffnung: Die EU will diese Täuschung der VerbraucherInnen per Gesetz beenden. Die entscheidenden Verhandlungen haben gerade begonnen. Die Verbündeten der Finanz- und Kohlekonzerne setzen alles daran, das Gesetz zu verhindern. Bitte unterschreibt und teilt diese Petition gegen das o.g. Greenwashing!
  • Cargill - das „schlimmste Unternehmen der Welt”: In Amazonien brennen die Wälder – und eine ganz schlimmer Konzern könnte davon profitieren. Cargill, der weltgrößte Händler von Agrargütern, ist seit Jahrzehnten verantwortlich für massive Umweltzerstörung und Menschenrechtsverletzungen, unter anderem für Soja und Fleisch in Südamerika. Diese Petition kann dabei helfen, Cargill zu stoppen!
  • Gegen Waldzerstörer und Menschenrechtsverletzer: Die folgende Petition spricht vor allem meine LeserInnen aus Deutschland an: Eine Aufforderung an Frau Merkel, einen gesetzlichen Rahmen zu schaffen, mit dem Unternehmen verpflichtet werden, auch im Ausland Menschenrechte und Umweltstandards zu achten. Unternehmen, die für Schäden an Mensch und Umwelt verantwortlich sind, müssen dafür haften. Geschädigte müssen auch vor deutschen Gerichten ihre Rechte einklagen können. Hier kommt ihr zur Petition "Waldzerstörer haftbar machen!"



Mehr über die Dinge, die wir selber tun können, gibt es wie gesagt in meinem ergänzenden Rostrosen-Beitrag zu lesen.



Vielen Dank für euer Interesse, fürs Weitersagen und
fürs Verlinken eurer Beiträge, die zum Thema Nachhaltigkeit passen!
Herzliche Rostrosengrüße,
Traude



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