Dienstag, 10. Juli 2018

EiNaB #28 - Warum Dogmatismus uns nicht weiterbringt



Dogmatismus ist nicht unbedingt die beste Herangehensweise, wenn es darum geht, sich mit einem Thema zu beschäftigen - in jeder Hinsicht und egal, um welches Thema es sich handelt. Ich denke, die meisten unter uns können dieser Aussage zustimmen. Doch was ist Dogmatismus eigentlich?

Es gibt verschiedene Verwendungsweisen dieses Begriffes (unter anderem in der Theologie und in der Philosophie), in denen Dogmatismus nicht unbedingt mit negativer Konnotation gebraucht werden muss. Wir möchten diese (teilweise doch recht komplizierten und differenzierten) Gedankengänge hier aber außen vor lassen und uns mit derjenigen Definition beschäftigen, die uns allen wahrscheinlich geläufig ist:

Thomas Metzinger: Dogmatismus ist: „die These, dass es völlig legitim ist, an einer Überzeugung festzuhalten, einfach deshalb, weil man sie ja schon hat – die pure Tradition, ohne empirische Evidenzen und ohne vernünftige Gründe."


Halsstrarriges Verhalten, auf Deutsch gesagt, das ist Dogmatismus in dem Wortgebrauch, der uns hier interessiert.


Vor einigen Wochen habe ich mit einigen Bekannten über die emotionale Härte, die manchmal im Umgang von "grün" lebenden Menschen und solchen, die sich vielleicht noch nicht so detailliert mit einer nachhaltigen Lebensweise beschäftigen, vorherrscht, geführt. 

Man bekommt - so der Konsens, den wir im Verlauf des Gesprächs fanden - gelegentlich den Eindruck, es werde eine Art Krieg geführt. 

Bekommt das eigene Umfeld (oder auch gerne die breite anonyme Masse, die unter Online-Artikeln bei Facebook kommentiert) mit, dass man sich mit Nachhaltigkeit auseinandersetzt, können die Ansprüche an die eigene Person auf einmal nicht hoch genug angelegt werden. Mit der Folge, dass eigentlich immer ein Haar in der grünen Suppe gefunden wird. 

Doch auch gerade unter Menschen, die nachhaltig leben beziehungsweise sich um ein solches Leben bemühen, gibt es - manchmal offensichtlich, manchmal eher unterschwellig - diesen Konkurrenzgedanken. Ein wenig anders gelagert, aber dennoch ähnlich.

Wer ist mehr öko? Wer macht sich die meisten Gedanken um die Welt, wer ist am aufopferungsvollsten bezogen auf die globale Zukunft? Wer zieht das ganze Ding mit der Nachhaltigkeit am konsequentesten durch? 

Dieses Verhalten ist Gott sei Dank längt nicht onmipräsent und gerade die Nachhaltigkeits-Blogger*innen sind hervorragend untereinander vernetzt. Häme und Missgunst findet man selten, dafür umso mehr Support und gegenseitige Motivation, sich stets noch ein wenig mehr in Richtung Nachhaltigkeit zu bewegen. Die Voraussetzung? Dass man selbst soweit ist.

Das, finde ich, ist genau das, was Bloggen im Idealfall auszeichnen sollte: konstruktiver Meinungsaustausch - Menschen unterschiedlichster Geisteshaltung, die miteinander ins Gespräch kommen, sich unterstützen und weiterhelfen. 

In der erwähnten Kommunikation mit Zeitgenoss*innen, die sich nicht oder nur wenig mit Nachhaltigkeit beschäftigen (möchten), findet man diese Form des Umgangs unter Umständen nicht mit einer solchen Selbstverständlichkeit vor. 

Und manchmal auch nicht bei sich selbst.

Von Respekt und Weltoffenheit


Vor einigen Tagen erreichte mich eine Mail von einer lieben Leserin, in der sie schrieb, dass sie sich über einen produktiven Austausch mit mir freuen würde - denn ich mache einen undogmatischen Eindruck, da traue sie sich, endlich auch einmal zu fragen bei Unsicherheiten.

Ich war zugleich unwahrscheinlich glücklich und zum anderen sehr traurig über diese Mail. Glücklich, weil ich jemanden so erreicht habe mit dem, was ich hier schreibe, dass diese Person sich den Mut gefasst hat, mir eine Mail zu schreiben und mich um Rat zu fragen. Das ist eine große Ehre und bereitet mir viel Freude.

Traurig, weil das scheinbar alles andere als selbstverständlich ist.

Dogmatismus (immer noch) ein großes Thema zu sein.

Und - machen wir uns nichts vor: Das macht verdammt unsympathisch. Wer interagiert und kommuniziert gerne mit verstockten Besserwissern, die jeden der Handgriffe, die man tut (oder nicht tut) kritisch beäugen, vielleicht sogar noch herablassend kommentieren von ihrer Warte der Erfahrenheit aus?



Natürlich möchte man andere für seinen Lebensstil begeistern, den man (natürlich und vollkommen selbstverständlich) als den am besten für sich und alle anderen Menschen geeignet findet, wenn man sich anschaut, was in der Welt abgeht und überhaupt. Den man vielleicht gerade neu für sich entdeckt hat und den man motiviert in die Welt hinaustragen möchte.

Das kann ich vollkommen verstehen - mir geht es schließlich ganz genauso. Wenn man eine Vision hat - und ich möchte behaupten, dass alle, die vegan und/oder in irgendeiner Weise nachhaltig leben, irgendeine Form der Vision einerbesseren Welthaben, wie auch immer sie aussehen mag -, dann möchte man andere dafür begeistern. Das ist okay - solange es nicht in Oberlehrerhaftigkeit und Meckertum ausartet.

Denn - ganz ehrlich: Ich habe, so toll und wohl und superdupernachhaltig und weltverbessernd ich mich selbst in meinem Leben auch fühle und wie wunderbar ich mir das alles um mich herum eingerichtet habe, ich habe nicht das Recht, anderen vorzuschreiben, wie sie ihr Leben zu leben haben. Das möchte ich ja umgekehrt auch nicht.

Wäre jemand, der vielleicht den Lebensstil pflegte, den ich mir heute angeeignet habe, vor einigen Jahren bei mir vorbeigekommen, hätte sich mich und meinen Haushalt, mein Einkaufsverhalten angeschaut, bedauernd mit dem Kopf geschüttelt und mir dann meine ganzen Fehler aufgezählt - ich hätte ihn umgehend rausgeschmissen. Mental und physisch. Und ich denke, das würde ich heute auch noch tun. Und ich verurteile niemanden, der so auf Menschen reagiert, die ihm oder ihr von heute auf morgen ein ganz neues Wertesystem überstülpen wollen.

Das hat viel mit gegenseitigem Respekt zu tun. Und so schwer es manchmal auch fällt: In einigen Situationen muss man sich zusammenreißen. Nicht nur um des zwischenmenschlichen Frieden Willens, sondern auch aufgrund einer ganz logischen und pragmatischen Überlegung:

Deinem eigentlichen Ziel - andere Menschen für deine Lebensweise zu begeistern - wirst du mit einer halsstarrigen Kommunikationsweise nicht näherkommen.


Besserwisserei - mit böser Intention des Sich-Aufwertens - hat bereits in der Schule dazu geführt, dass man beinahe unter Garantie ausgeschlossen wurde. Das ist eben nicht besonders sympathisch.  



Niemand bekommt gerne sein eigenes Wertesystem mit dem Vorschlaghammer bearbeitet und in Grund und Boden geredet.

Abgesehen davon - was sagt so eine Vorgehensweise eigentlich über dich aus? Möchtest du ein offenes, respektvolles und darum vielleicht auch inspirierendes Individuum sein, das in fruchtbaren kommunikativen Austausch mit anderen Menschen tritt? Oder möchtest du von erhobener Warte aus kommentieren, was andere - die Unwissenden, die nicht-wissen-Wollenden - da unten fabrizieren?

Natürlich rege ich mich über Plastikmüll auf und über die Leute, die gedankenlos Kaffee aus Wegwerfbechern schlürfen, einfach, weil es so hipp und cool ist. Natürlich kriege ich graue Haare, wenn ich durch die Einkaufspassage gehe und mir Berge an bunten Plastiktüten entgegenkommen. Natürlich werde ich sauer, wenn ich höre, dass Fleisch prinzipiell gegessen wird, "weil's halt geil schmeckt".

Das alles entspricht nicht meinen Idealen, meinem Blick auf die Welt. Aber ich muss trotzdem respektieren, dass es auch andere Blicke auf dieselbe Welt gibt.

Das heißt nicht, dass ich es akzeptieren muss - das ist etwas vollkommen anderes. Aber das heißt, dass ich nicht das Recht habe, anderen so nahe zu treten und ihre innersten Überzeugungen gewaltsam nach außen zu kehren - nur weil ich die neuen, die ich im Gepäck habe, für die besseren halte.

Ich kann zum Nachdenken anregen, durch gutes Beispiel vormachen - lehren und lernen, im produktiven und kreativen Austausch. Inspirieren, inspiriert werden. Dazu gehört nicht nur das Drauflospalavern, sondern mindestens genauso das Zuhören - so ungeduldig wir dabei manchmal auch sind und so gerne wie ein "Ja, aber" dazwischenwerfen würden.

Kommunizieren beginnt beim Dialog - beim Austausch zwischen zwei oder mehr Menschen, nicht beim Belehren eines Menschen durch einen anderen. Das ist ein Monolog. Und der wird schnell ziemlich langweilig.


Entspanntheit - anderen und dir selbst gegenüber


Es gibt ein treffendes Wort für dogmatisches Festhalten, das die Rückspiegelung auf die betreffende Person ziemlich gut bewerkstelligt: "Spaßbefreitheit".

Auch hier gilt: Das muss nicht immer der Fall sein. Doch ich erlebe es häufig, dass gerade die Menschen, die glauben, für sich das ideologische Utopia gefunden zu haben (auf welcher Seite des Flusses sie damit auch stehen mögen), mit einem Ernst bei der Sache und beim Leben dabei sind, dass mir etwas bange wird, wenn ich ehrlich bin.

Gelgentlich beobachtet man Verbissenheit, Strenge - nicht nur den anderen, auch und gerade sich selbst gegenüber. Und da möchte ich fragen: Wo bleibt denn da der Spaß, die Freude? Am Experimentieren, am Erleben, am Leben?


Und: Ist das nicht essentiell? Die Leidenschaft, mit der wir die Dinge angehen, der innere Antrieb, immer wieder Neues kennezulernen und vielleicht auch zu adaptieren? Und manchmal auch fünfe gerade sein zu lassen - wenn die Umstände es nicht anders ermöglichen? Verbauen wir uns das nicht durch zu viel Dogmatismus, durch zu viel Strenge mit uns selbst und anderen? Muss das sein?


Ich glaube, dass grünes und nachhaltiges Leben alles andere als zwanghaftes und halsstarriges Klammern an einer wie auch immer gearteten Utopie sein kann - und muss. Muss, wenn man - wenn du und ich - andere Menschen erreichen, begeistern wollen für die guten Dinge, die wir entdeckt haben und von denen wir überzeugt sind.

Denn letzten Endes wollen wir doch alles dasselbe, oder? Dass unsere Welt noch lange, lange weiterexistiert und wir nicht diejenigen sind, die sie zerstört haben. Dass wir das Ruder noch herumreißen. Dass wir in einer besseren, weil wieder nachhaltigeren Welt leben können - wir und alle, die nach uns kommen.

Arbeiten wir daran. Offen und ehrlich und repektvoll.



Dieser Beitrag wurde von Jenni verfasst.


Hier kannst Du Deine Beiträge verlinken

Mit einem Klick auf den Button "Add your link" kommst Du ins Linkup-Tool.


Donnerstag, 10. Mai 2018

EiNaB #27 - Fashion Revolution

Fashion Revolution Week - bewusster Konsum von Kleidung - selbermachen von Kleidungsstücken - diy nähen selbstgemachtes handmade Kleidung Kleider

Die Fashion Revolution Week vom 23.-29.April liegt zwar schon wieder ein paar Tage zurück, aber das Thema nutzt sich natürlich nie ab. Am 24. April 2013 stürzte die Rana Plaza Fabrik in Bangladesch aufgrund akuter Baumängel ein und begrub mehr als tausend Menschen unter sich.
Jedes Jahr wird nun dieser Jahrestag als Anlass genommen, seinen eigenen Kleidungskonsum zumindest einmal jährlich kritisch zu hinterfragen.

Mit etwas Abstand kann ein Gang durch ein x-beliebiges Einkaufscenter schon mal zur Läuterung werden, wenn man darüber nachdenkt, welche Massen da IM MOMENT auf den Bügeln hängen, dass diese Kleidung nach Hause getragen wird und im Geschäft natürlich wieder ordentlich nachbestückt wird. Ich frage mich dann oft, wie die Reise von einem Kleidungsstück eines beliebigen Bekleidungsriesens wohl aussieht. Werden die Stücke überhaupt mal gewaschen oder gleich nach dem Tragen weggeworfen? Wissen die neuen Besitzer überhaupt, dass es so etwas wie Kleidertonnen oder Abgabemöglichkeiten überhaupt gibt? Wenn ja, nutzen sie es auch?

Es ist eigentlich sehr traurig und auch irgendwie pervers, dass Kleidung, sobald das Preisschild entfernt und sie zumindest einmal getragen wurde, praktisch keinen Wert mehr besitzt. Bei vielen schlummert das Kleidungsstück fortan als ungenutzte Ressource im Kleiderschrank, andere werfen es nach ein paar Mal Tragen weg.

Auch für uns, die ihre Kleidung selber nähen ist das Thema nicht ganz uninteressant, denn oft verlagert sich der Konsum von Fast Fashion einfach nur zur Produktion von Fast Fashion.
Viel zu oft ertappe ich mich selbst dabei, wie ich mir wünsche, dass ich mit diesem Teil schneller fertig bin, nur damit ich mit dem nächsten und dem übernächsten Stück schneller beginnen kann. Absurd, vor allem wenn man so wie ich ohnehin ständig an irgendeinem Strickstück oder genähten Kleidungsstück arbeitet.

Deshalb ist und bleibt es für mich ein ewiger Prozess, mich darauf zu besinnen, dass es mir eigentlich um die Tätigkeit an sich geht. Dass ich es liebe zu nähen oder zu stricken, dass ich mir ruhig mehr Mühe bei einem Stück geben kann um meine Kenntnisse zu verfeinern. Dass es auch ein Lernprozess ist, zu erkennen, welche Schnitte mit welchen Stoffen harmonieren, auf zeitlose Schnitte zu setzen und trotzdem die Experimentierfreude nicht zu verlieren. Mit Stolz die eigenen Fortschritte zu verfolgen und zu wissen, dass der Freund die selbstgestrickten Pullover und Jacken lieber mag als die gekauften.

I made my clothes - #whomademyclothes #fashionrevolution


Da das Thema Kleidung etwas ist, mit dem ich mich schon seit Jahren immer wieder kritisch auf meinem Blog auseinander gesetzt habe, hier noch eine Zusammenstellung ausgewählter Artikel zum Thema:

- Wertschätzung von Kleidung
- DIY und Nachhaltigkeit
- Aussortiert und nun?

Die Rückbesinnung auf das Wesentliche ist übrigens auch der Grund, warum es auf meinem eigenen Blog Green Bird momentan sehr ruhig zugeht: ich habe nicht mehr das Bedürfnis und den Druck jedes einzelne selbstgemachte Teil im Internet zu präsentieren, sondern genieße lieber im Stillen für mich.

Weiterführende Links:
Fashion Revolution - Austria


Hier kannst Du Deine Beiträge verlinken

Mit einem Klick auf den Button "Add your link" kommst Du ins Linkup-Tool.




Samstag, 10. März 2018

EiNaB #26: Lasst uns gemeinsam die Welt verändern!

 Unsere Linkparade "Einfach. nachhaltig. besser. leben." geht in die nächste Runde - zum 26. Mal! Im April 2015 gründeten fünf Bloggerinnen die Linkparade "EiNaB". Wir werden alsodemnächst drei Jahre alt! Von den Gründungsmitgliedern sind heute noch Maria, die Zwergenmama und ich (Marlene von "Verrücktes Huhn") dabei. Damals, als der Vorschlag zur Linkparade aufkam, wusste ich noch gar nicht, was das eigentlich ist, eine Linkparade. Sie hat sich aber als nützliche Linksammlung, als inspirierender Ideenpool und vor allem als tolles Netzwerk zu anderen Bloggern pro Nachhaltigkeit erwiesen. Im Laufe der Zeit sind neue, engagierte Organisatorinnen mit in den Kreis von EiNaB getreten, sodass wir zusammen mit Daniela, Jenni und Traude zu sechst sind zur Zeit.


#EiNaB als Ideensammlung und Archiv

Das Internet ist aber ein sich ständig wandelnder Ort. Blogs sind nicht konstant und vor allem nicht für die Ewigkeit. Deshalb kannst Du im Archiv alle bisherigen Linkpartys nachschlagen. Auch wenn manche von uns, die schon länger unter den Bloggern sind, vielleicht das Gefühl haben, die Themen wiederholen sich - die Probleme sind noch lange nicht gelöst! Der Großteil der Gesellschaft beschäftigt sich noch viel zu wenig mit Klima, Plastik, Pestiziden, Wegwerfgesellschaft usw. Es gibt noch so viele Baustellen! Ich wünsche mir, dass EiNaB weiterhin als ein starkes Netzwerk bleibt. Dass diese Seite weiter ein Sammelpunkt für tolle Ideen, für gut recherchierte Hintergrundinfos und Tipps und Tricks im Alltag bleibt. Dass wir die Seite als Plattform nutzen können, uns gegenseitig näher kennenzulernen. Dass unsere vielen Blogposts hier anschaulich auffindbar sind, auch wenn wir vielleicht eines Tages keine Zeit oder Lust mehr zum Bloggen haben sollten.

EiNaB entwickelt sich - und ihr seid dabei!

Pro Monat verzeichnet die EiNaB-Seite inzwischen knapp 3000 Seitenaufrufe. Jede Linkparty läuft zwei Monate und in dieser Zeit teilt ihr rund 80 Beiträge mit uns. Die vergangenen Linkpartys sind natürlich auch später noch einsehbar. Die Facebook-Gruppe von EiNab hat über 250 Mitglieder, die täglich interessante Links teilen. Ich komme mit Lesen gar nicht nach! Auf Pinterest hat EiNaB mehr als 520 Follower und wir laden euch alle dazu ein, an unserer Gruppenpinnwand mitzupinnen. Schreibt uns einfach eine Mail! Und verzeiht uns, wenn wir nicht immer alles sofort kommentieren können, denn wir sind ja auch nur Menschen :-)

Kleine Zusammenfassung: EiNaB #25


Zum Abschluss möchte ich noch die meistgeklickten Blogposts aus Runde #25 vorstellen. Wunderbarerweise haben über 80 von euch ihre Artikel mit uns geteilt. Die meist geklicktesten sind:

Frau Hummel hat im Supermarkt eine höchst merkwürdige Kokosnuss entdeckt. Foto: Frau Hummel bloggt.

1. Verpackungswahn im Supermarkt: In WtH??? schreibt Frau Hummel bloggt und Frau Hummel schreibt hier über eine Begegnung der dritten Art mit eingeschweißten und mit Verschluss versehenen Kokosnüssen im Supermarkt. Verpackungswahn vom Feinsten! Dabei hat kürzlich wieder eine Umfrage ergeben, dass sich rund 95 Prozent der deutschen Verbraucher weniger Verpackungen wünschen. Gerade bei Obst und Gemüse fanden 80 Prozent der Verbraucher, dass gar keine Verpackungen notwendig seien. Die Mehrheit der Verbraucher findet, dass die Händler dafür verantwortlich sind, Missstände zu verbessern. --- Aber ich persönlich finde auch, dass die Verbraucher durchaus ein Signal setzen könnten, indem sie weniger von den unsinnig verpackten Lebensmitteln kaufen und Alternativen suchen, auch wenn es manchmal mit etwas Mühe verbunden ist. Ein anderer Weg wäre bestimmt, dass die Politik klare Regeln setzt oder Verpackung einfach höher besteuert. Dass was passieren muss, ist ja offenbar allen klar!

Mama Viola hat ausgediente Kinderkleidung in Putzlappen verwandelt. Foto: Mama Viola.

2. Alte Stoffe wiederverwenden: Mama Viola hat darüber gebloggt, wie sie aus einem alten Kinderpulli die ersten Putzlappen genäht hat, um in diesem Jahr weniger Müll zu produzieren. Eine doppelt gute Strategie, wie ich finde, denn viele gekaufte Putzlappen enthalten Microplastik, das in der Waschmaschine dann ausgewaschen wird und mit jeder Wäsche ins Abwasser gelangt. Wir können nur hoffen, dass die Kläranlagen möglichst viel davon wieder herausfiltern können. In Dänemark gab es zu dem Thema eine größere Debatte und die dortigen Kläranlagen haben inzwischen vermeldet, dass sie 95 Prozent dieser minikleinen Plastikteilchen wieder herausfiltern können. Der kleine Rest kommt leider in die Natur. Putzlappen aus Baumwollstoffen helfen da und sorgen dafür, dass die Stoffe länger genutzt werden.

Sarojas Hexerei hat einen kaputten Reißverschluss weggehext. Foto: Sarojas Hexerei.

3. Fix repariert: Sarojas Hexerei hat darüber gebloggt, wie schnell sie ihr Hundekörbchen repariert hat und wie lange sie die unpopuläre Aufgabe vorher vor sich hergeschoben hat. Wer kennt das nicht? Super, dass ausgerechnet eine Linkparade sie dann doch motiviert hat, mit dem Tausch des Reißverschlusses zu beginnen. Und wie oft werden Kleidungsstücke oder Kissen nur wegen einem kaputten Reißverschluss weggeworfen? Reparieren wäre nachhaltiger, neu kaufen ist leider in unserer Gesellschaft deutlich billiger - es sei denn, man kann so gut nähen wie Sabrina von Sarojas Hexerei!

Interessant, dass die drei meistgeklickten Beiträge unserer letzten Runde der Linkparade sich alle um das Thema Müllvermeidung im Alltag drehen. Aber es geht auch ums Selbermachen generell, um Gärtnern, um gesunde Ernährung, um Konsum-Vermeidung und Mobilität und und und... 

#EiNaB im März und April 2018


Herzlich willkommen zur neuen Linkparty, wir sind gespannt, was euch in den nächsten zwei Monaten beschäftigt und freuen uns auf eure Verlinkungen.

Viele liebe Grüße,
Marlene von "Verrücktes Huhn"



Hier kannst Du Deine Beiträge verlinken


Mit einem Klick auf den Button "Add your link" kommst Du ins Linkup-Tool.





Mittwoch, 10. Januar 2018

EiNaB #25: Müll reduzieren beim Abwasch

Wenn man im Haushalt Müll reduzieren möchte ist es meiner Meinung nach besonders wichtig Gebrauchsgegenstände, die nur für eine kurze Nutzung bestimmt sind, durch langlebige und umweltfreundliche Varianten zu ersetzen.

In der Küche war daher einer der ersten Schritte für mich, die Plastikschwämmchen und Wegwerfspültücher durch langlebige, plastikfreie Abwaschtücher zu ersetzen, die man waschen kann.

Über vier Jahre sind seitdem vergangen und es konnten dadurch mehr als 100 Abwaschschwämmchen samt Plastikverpackung und jede Menge Mikroplastik im Abwasser vermieden werden!

Mikroplastik gelangt durch den Abrieb ins Abwasser

selbst genähte Abwaschtücher

Aus alten Handtüchern können in nur wenigen Schritten und mit einfachen geraden Nähten Spültücher selbst angefertigt werden. Nach meiner sehr einfachen Anleitung habe ich vor kurzem wieder neue Spültücher genäht.

Bild 1: alte Handtücher Bild 2: zugeschnitten Bild 3: fertig!

In nur einer Stunde waren die Spültücher zugeschnitten und genäht. Das ist recht wenig Aufwand dafür, dass ich dadurch ein ganzes Jahr lang damit abwaschen kann und damit im Gegensatz zur konventionellen Variante der Umwelt keinen Schaden zufüge.

gekaufte Alternativen

Natürlich kann und mag nicht jeder die Abwaschtücher selbst nähen. Es gibt jedoch auch für diesen Fall Alternativen. Die wohl einfachste Möglichkeit ist Waschlappen für den Abwasch zu verwenden. Um auszuprobieren, ob mir das Abwaschen mit Frotteetüchern überhaupt angenehm ist, habe ich das anfangs selbst so gemacht.

Bild 1: Waschlappen Bild 2: Topflappen

Im Kostnixladen habe ich ab und zu auch kleinere Topflappen aus Frottee gefunden, die Du am rechten Bild sehen kannst. Auch damit kann man sehr gut das Geschirr abwaschen.

Langzeiterfahrungen und mehr

Einige Male wurden wir darauf aufmerksam gemacht, dass es bei längeren einleitenden Texten mühsam ist, zur Linkparty zu scrollen. Daher habe ich mich diesmal bewusst sehr kurz gehalten. Alle, die mehr zu dem Thema erfahren möchten, lade ich auf meinen Blog zum Beitrag Müll reduzieren in der Küche Teil 4. ein.

#EiNaB im Januar und Februar 2018


Herzlich willkommen zur neuen Linkparty, wir freuen uns schon sehr auf Deine neuen Gedanken und Bilder!

liebe Grüße
Maria Widerstand

Hier kannst Du Deine Beiträge verlinken


Mit einem Klick auf den Button "Add your link" kommst Du ins Linkup-Tool.