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Dienstag, 10. November 2020

#EiNaB 42: Brot backen für Anfänger, Fortgeschrittene und Eilige

 

Servus, ihr Lieben!

 

Einige, die hier lesen, backen schon lange ihr eigenes Brot. Einige andere haben unter Umständen während des Corona-Lockdowns im Frühjahr 2020 damit begonnen - denn in dieser Phase waren in den Läden plötzlich so wesentliche Zutaten wie Germ (Hefe) und Mehl sehr rar. (Und ich glaube nicht, dass alle nur Pizza gebacken haben - schließlich war auch kein Brotgewürz mehr zu bekommen 😉.) 


Ich gehöre weder zur einen noch zur anderen Gruppe, aber ich hoffe, dass auch für die "Backprofis" und die "Covid-Brotback-Einsteiger" in meinem Beitrag etwas Interessantes zu entdecken ist. Und für alle, die noch nie Brot in ihrem eigenen Backofen hergestellt haben, ist es vielleicht eine Ermutigung, es selbst zu versuchen. Denn "Hexerei" ist das Backen von Brot keineswegs.

Aber es hat einiges mit einfach.nachhaltig.besser.leben zu tun: Brotbacken passt für mich zum einfachen Leben, bei dem noch vieles möglichst selbst hergestellt wird, anstatt es im Laden zu kaufen. Brot zu backen ist eine sehr sinnliche Tätigkeit, überhaupt wenn man möglichst auf den Einsatz von Küchenmaschinen verzichtet: Du krempelst dir die Ärmel auf und beginnst zu kneten, riechst und fühlst den Teig, stellst eine Verbindung zu ihm her. (Aber natürlich ist auch an einem Mixer mit Teighaken nichts Verkehrtes. Mein Mann schwört darauf 😊.) Brotbacken ist nachhaltig, denn du wirst dein eigenes Brot allein schon aufgrund der Arbeit wertschätzen, die du hineingesteckt hast. Deshalb wirst du keine Reste verkommen lassen, sondern aus den Brotresten Aufläufe, Knödel, Croutons etc. herstellen. Deine Wohnung wird köstlich duften, während das Brot im Ofen bäckt. Und es verursacht eine große Befriedigung, das erste richtig gut gelungene eigene Brot aus dem Backrohr zu holen - das macht das Leben besser. Du kennst außerdem die Zutaten und kannst dein Brot mal mit Gewürzen, mal mit Körnern, Nüssen, getrockneten Oliven oder Tomaten verfeinern, mal ganz hell und pur lassen. Viel freier, schöner, besser geht's doch kaum.

Mag sein, dass es ein paar Anläufe benötigt, bis das Brot so wird, wie man es sich vorgestellt hat, aber vielleicht können euch ein paar meiner Tipps dabei helfen, dass ihr schneller zum Ziel gelangt. Es gibt sowohl sehr raffinierte Rezepte wie das "Wolken-Brot" als auch sehr flotte wie das "Fünf-Minuten-Brot" (Anleitungen folgen).  

🌾🌾🌾

Aber zuerst will ich euch erzählen, wie wir Rostrosen zum Brotbacken kamen: Mein Mann und ich besuchten im Februar dieses Jahres einen Volkshochschulkurs mit dem Titel "Brot backen für Anfänger". Zu diesem Zeitpunkt war noch keine Rede von einem möglichen Corona-Ausbruch, aber wir fanden es immer schon interessant und wichtig, uns im Falle eines Falles auch selber versorgen zu können. Außerdem wollten wir gern Näheres zum Umgang mit Sauerteig wissen. Dass man Brot ohne großartige Hilfsmittel im eigenen Backrohr herstellen kann, war uns noch relativ neu. Ich hatte zwar schon in einigen Blogs darüber gelesen, aber ohne direkte Anleitung durch eine Person, die sich damit auskennt, hätte ich mich vermutlich nicht drüber getraut.

Marta, unsere Brotback-Lehrerin, war dafür genau die Richtige: Eine sehr patente Frau aus einem der ehemaligen Ostblockländer, die das, was sie uns beibrachte, auch ausstrahlte: Habt keine Scheu! Einfach probieren! Der Teig beißt euch nicht und es kann auch nicht viel schief gehen. 


Sie brachte uns (einer Gruppe von acht TeilnehmerInnen) in einer Hauptschulküche innerhalb eines Nachmittags und Abends bei, wie man Brot und Kleingebäck mit Hefe, aber auch mit Sauerteig herstellt, und zwar in unterschiedlichsten Versionen - wir buken ein Brot in einem großen Emailletopf, manche Laibe wurden einfach so in den Ofen geschoben, andere in kastigen Brotbackformen, manche wurden mithilfe von zurechtgebogenem Backpapier in Form gebracht. Wir buken Weißbrot und Roggenvollkornbrot, wir würzten es mit Salz oder mit einem von Marta gemischten Brotgewürz, wir fügten manchen unserer Laibe Nüsse oder Kürbis- und Sonnenblumenkerne bei. Natürlich verkosteten wir unser frisch gebackenes, duftendes Brot auch - mit Butter und Kräuteraufstrichen, die Marta mitgebracht hatte. Unser Brot war köstlich! Wir entwickelten dabei genau das, was man zum Brotbacken braucht: Das Selbstvertrauen, dass es gelingen wird. Und dass man nicht unbedingt alles so machen muss, wie es Marta uns beigebracht hat, sondern dass wir zu Hause selber zu experimentieren beginnen sollen. 

Genau das taten und tun wir seither. Sowohl mein Mann als auch ich sind richtig begeistert vom Brotbacken. Marta gab uns Sauerteig mit, den wir regelmäßig "füttern", im Kühlschrank aufbewahren und immer wieder verwenden. Falls ihr nicht wisst, wie man an Sauerteig kommt, gibt es im Internet Rezepte zur Selbstherstellung. Wir haben viele, viele Brote mit Sauerteig und mit Hefe gebacken seit dem letzten Frühjahr und auch ein paar Semmeln. Einige unserer "Werke" seht ihr hier als Fotos eingestreut. Manche der Brote sind uns besser gelungen, andere waren eher "Lehrmeister" im Sinne von "beim nächsten Mal sollten wir das so und so anders machen". Wegwerfen mussten wir kein einziges, sie waren allesamt gut genießbar - und manche waren sogar sensationell gut. Stolz waren wir auf alle!

Im Lauf der Zeit haben wir uns ein bisschen "Equipment" zugelegt: Einen Emailletopf (und es muss keineswegs der teure französische sein, den eine unserer Backkurs-Mitschülerinnen unbedingt wollte. Unserer stammt von einer österreichischen Firma - man sollte ja die heimische Wirtschaft auch ein bisserl fördern, vor allem in Zeiten wie diesen), einen Brotbackkorb (der eigentlich gar nicht zum Backen da ist, weil er diese Hitze nicht ertrüge, sondern nur, um das Brot während des Aufgehens in eine schöne Form zu bringen) und einen Backstein (genauer gesagt, einen Pizzastein um 16 Euro aus dem Baumarkt). 

Die letztgenannte Anschaffung war vermutlich die sinnvollste, weil sie dafür sorgt, die Backtemperatur im Rohr zu erhöhen, was vor allem der Krustenbildung des Brotes gut tut. Es gibt auch teurere Modelle aus dickerem Stein, die die Hitze stärker erhöhen sowie länger und besser halten, und wahre Brotprofis schwören darauf, aber wir sind mit unserem günstigen Modell sehr zufrieden. Zuweilen gibt es beim Hofer / Aldi auch Backsteine um nur rund 10 Euro - die Investition lohnt sich, wenn ihr Pizza oder Brot selber backt. Aber wie gesagt, wir haben ganz ohne Backstein begonnen, unsere Lehrerin verwendet daheim auch keinen - notwendig ist er also keineswegs!

Kommen wir zum Rezeptteil. Wie oben schon erwähnt, muss man sich nicht sklavisch daran halten. Brot zu backen ist ein kreativer Prozess, bei dem man durchaus auch experimentieren darf / kann / soll. (Bei besonders gewagten Experimenten wär's halt gut, auch ein eventuelles Scheitern mit einzukalkulieren 😉). 

Wir haben anstelle von Wasser z.B. schon Bier, Apfelsaft und Cidre genommen, wir haben die unterschiedlichsten Mehlsorten verwendet und auch ein Brotrezept mit einem Hefezopf-Rezept "gemixt", wir haben manchen Broten z.B. Walnussöl, Oliven- oder Arganöl beigefügt etc. Aber das Grundprinzip lautet: Für ein gutes Brot brauchen wir nur Mehl, Wasser, Sauerteig bzw. Hefe und Salz, der Rest ist variabel. Ich schreibe euch die Rezepte so auf, wie sie bei uns gut gelungen sind.

🌾🌾🌾

Wenn ihr ein gutes, schnelles Brot backen wollt und keine Zeit fürs Anfüttern eines Sauerteigs oder für einen Hefevorteig habt, bietet sich das folgende Rezept an, denn hier geht der Teig im Backrohr auf:

5-Minuten-Brot
250 g Weizenvollkornmehl
250 g Dinkelvollkornmehl
1-2 TL Salz
1 Würfel Germ (Hefe) oder 1 Packung Trockenhefe
120 g Nüsse (bzw. Sonnenblumen- und Kürbiskerne, Haferflocken, Leinsaat etc.)
Zusätzliche Kerne, Samen, Flocken zum Bestreuen
2 EL Apfelessig
450 ml lauwarmes Wasser
Fett für die Form
 
Die ersten drei Arbeitsschritte dauern nur fünf Minuten, daher der Name:
  • Eine Kastenform mit Öl oder Butter ausfetten, eventuell auch noch mit Kernen ausstreuen.
  • Hefe mit Wasser vermischen, alle anderen Zutaten dazugeben, kräftig verrühren und den Teig in die Backform füllen.
  • Mit Wasser bepinseln und mit Kernen oder Haferflocken bestreuen.
  • Die Form ins kalte Backrohr stellen und ca. eine Stunde bei 200 Grad C bei Ober-Unterhitze backen.
  • Nach der Backzeit das Brot aus der Form stürzen und auf einem Backgitter auskühlen lassen.

 

Das folgende Brot wurde von Marta "Weissbrot ohne viel Arbeit" genannt - oder auch

„Kühlschrankbrot“

400 g weißes Mehl (Typ W700)
1 TL Salz
1 Packung (7 g) Trockenhefe 
250 bis 300 ml kaltes Wasser
Olivenöl zum Ausfetten
  • Alle Zutaten in einer Schüssel gut verkneten – Wasser nach und nach hinzufügen. Wenn der Teig eine Konsistenz hat, die nicht mehr allzu sehr an den Fingern kleben bleibt, etwas Mehl auf die Arbeitsfläche streuen und dort noch ein paar Minuten weiterkneten, bis der Teig zu einer schönen Kugel geformt werden kann. (Zur Not etwas mehr Mehl hinzufügen.) 
  • Die Kugel mit Mehl bestreuen, etwas flachdrücken und in eine Schüssel legen. Ein Geschirrtuch darüber breiten und in den Kühlschrank stellen. Dort 12 bis 24 Stunden ruhen lassen. 
  • Ein backrohrgeeignetes Gefäß mit Deckel (z.B. Emaille-Kochtopf) in leerem Zustand ins kalte  Backrohr stellen und den Ofen auf 240 Grad vorheizen. Dann den heißen Kochtopf aus dem Rohr nehmen, mit Öl einfetten, die flachgedrückte Teigkugel vorsichtig in den heißen, eingeölten Topf legen, Deckel drauf und in den Ofen stellen. 
  • Zunächst 10 Minuten bei 240 Grad mit geschlossenem Decken backen. 
  • Dann Deckel vom Topf nehmen und die Temperatur auf 180 Grad reduzieren. Weitere 30 bis 40 Minuten fertig backen. Das Brot aus dem Topf nehmen und auf dem Grillrost des Ofens ausdampfen lassen. Wenn man das Brot mit etwas Wasser einpinselt, wird es knuspriger. Geschirrtuch darüber breiten und auskühlen lassen.


Das dritte und letzte Rezept ist eine "Eigenkreation" bzw. ein Mix zwischen einem Brotrezept und einem Hefezopfrezept. Es benötigt etwas mehr Zeit als die oberen beiden. Die Brote nach diesem Rezept wurden bei uns besonders fluffig, deshalb heißt es

Wolkenbrot
Vorteig:
5 EL (ca. 65 g) Mehl
75 g zimmerwarmes Mineralwasser
0,065 g frische Germ (Hefe), das ist in etwa ein kleines "Reiskorn" (ich habe nicht abgewogen)
ev. 1 TL Zucker

Teig:
Vorteig
400 g Weizenmehl 
1 EL Salz 
2 EL Brotgewürz 
15 g frische Germ / Hefe
2-4 EL Sauerteig (kann man auch weglassen, ist aber gut für die Fluffigkeit und Haltbarkeit des Brotes)
150 g zimmerwarmes Mineralwasser (normales Wasser geht auch, aber der Teig wird mit Mineralwasser luftiger)
4-6 EL Öl

  • Die Zutaten für den Vorteig am Vorabend zusammenrühren und zugedeckt bei Zimmertemperatur über Nacht bzw. rd. 12 Stunden stehen lassen. Danach sollte der Teig dann ungefähr die Konsistenz von gerührtem Rahm (Schmand) haben. 
  • Am nächsten Tag den "Hauptteig" zubereiten: Alle Zutaten mit der Küchenmaschine / dem Mixer verkneten. Der Teig sollte nicht zu fest sein – eventuell noch etwas Wasser dazu rühren. (Manchmal gehört auch noch etwas Mehl hinzugefügt - das ist immer eine Gefühlssache: Der Teig soll weich sein, damit das Brot luftiger wird, aber zugleich soll sich der Teig leicht von der Rührsschüssel lösen, sonst ist er zu matschig. Ist also - wie immer - eine Experimentiersache). 
  • Den Teig zugedeckt gut aufgehen lassen (entweder in einer Tupperware-Germteigschüssel oder einer anderen Schüssel mit einem Küchentuch darüber.) Dann eventuell händisch oder mit der Maschine noch einmal gut durchkneten. 
  • Anschließend den Teig entweder in eine ausgefettete Kastenform oder einen Emailletopf füllen (oder einen Laib formen und es auf ein befettetes oder mit Backpapier belegtes Backblech geben). Den Teig noch eine Stunde mit einem Küchentuch zugedeckt gehen lassen; danach ab ins (auf 240 Grad) vorgeheizte Rohr. 
  • Im Rohr zuerst 10 Minuten bei 240 Grad backen, dann die Hitze auf 180 Grad reduzieren und noch ungefähr 35 Minuten weiterbacken. Das Brot aus dem Topf nehmen und auf dem Grillrost des Ofens ausdampfen lassen. Wenn man das Brot mit etwas Wasser einpinselt, wird es knuspriger. Geschirrtuch darüber breiten und auskühlen lassen.
🌾🌾🌾

Bisher haben wir noch kein "pures" Sauerteigbrot ausprobiert, aber wir werden uns demnächst über einen Versuch stürzen. Im Internet gibt es jedenfalls einige Rezepte dazu. Dieses hier hat mir besonders gut gefallen.
 
Wie sieht's bei euch aus? Habt ihr schon im Backrohr Brot gebacken, und wenn ja, wie sind eure Erfahrungen damit? Verwendet ihr einen Backstein oder andere "Hilfsmittel"? Erzeugt ihr Dampf im Rohr mithilfe einer Wasserschale oder verzichtet ihr darauf? Tipps und Anregungen werden gerne genommen. Auch wenn ihr Fragen habt, könnt ihr die gerne im Kommentarteil stellen und ich werde mich bemühen, sie nach bestem Wissen und Gewissen zu beantworten.
 
Unter diesem Beitrag könnt ihr wie immer eure nachhaltigen Beiträge verlinken - sehr gerne auch Brotrezepte oder Rezepte zur Verwertung von Brotresten. (Die Beiträge müssen nicht neu sein! Aber bitte nicht aufs Backlink-Setzen vergessen, sonst klappt die Verlinkung nicht.) Wir freuen uns aber natürlich auch über all eure anderen Ideen rund um den Themenkreis Nachhaltigkeit im Alltag / Umweltschutz / Zero Waste / umweltfreundliches Weihnachten ...
 

Herzliche Grüße, 
eure Traude vom Blog Rostrose

Donnerstag, 10. Januar 2019

EiNaB #31: Was bringt uns die Linkparade #EiNaB?

Willkommen im Jahr 2019 und lasst uns gemeinsam einen Ausblick wagen!

Wohin geht es für die Linkparade EiNaB im Jahr 2019?
Die Linkparade "einfach. nachhaltig. besser. leben." (kurz: EiNaB) wurde im April 2015 von fünf Bloggerinnen gegründet, viele Blogger haben sie als Forum genutzt, um ihren Beiträgen mehr Aufmerksamkeit zu verschaffen und sich zu vernetzen. Nach 30 Runden hat sich mit uns natürlich auch die Linkparade selbst immer wieder verändert und das finde ich auch gut so, denn unsere Bedürfnisse und unsere Lebensumstände ändern sich auch. Manche hören auf zu bloggen, andere kommen hinzu. Ich finde, der Januar ist ein guter Zeitpunkt, mal wieder nach der Richtung zu fragen, in die es für EiNaB gehen soll.

Im Augenblick wird EiNaB betreut von Andrea, Daniela, Jenni, Traude und mir (Marlene). Maria hat 2015 alles auf die Beine gestellt.

Was bringt uns EiNaB eigentlich? Was bringt es euch? Soll EiNaB weiter leben und in welcher Form?


Ich habe das Netzwerk zu schätzen gelernt für die interessanten Alltagstipps, die ich durch euch finde. Man weiß, man ist nicht die einzige, die sich mit diesen Fragen beschäftigt und sich mehr Umweltfreundlichkeit im Alltag wünscht, die Spaß daran hat, alles mögliche selbst herzustellen oder sommers vor sich hin zu gärtnern.

Das Thema ist wichtiger und drängender, denn je. Deshalb wird EiNaB auch weiter bestehen. Ihr werdet hier weiter jederzeit eine geöffnete Linkparade finden und seid herzlich eingeladen, eure Beiträge zu verlinken, zu kommentieren, zu interagieren. Je nachdem, wie viele Blogger sich als Gastgeber beteiligen wollen, wird die aktuelle Linkparade zwei oder drei Monate geöffnet sein. Es gibt darüber hinaus eine Facebook-Gruppe, auf der man seine Beiträge teilen kann, und ein beliebtes Pinterest-Board.

Wer möchte EiNaB-Gastgeber werden?


Wer sich berufen fühlt, ist herzlich willkommen, einmal Gastgeber zu sein. Schreibt uns einfach eine E-Mail.

Wir freuen uns auf eure Gedanken zum Netzwerk und eure Ideen für die Zukunft von EiNaB - oder einfach nur auf eure neusten Blogpost zum Thema Nachhaltigkeit im Alltag!

Viele Grüße, Marlene

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Donnerstag, 10. Mai 2018

EiNaB #27 - Fashion Revolution

Fashion Revolution Week - bewusster Konsum von Kleidung - selbermachen von Kleidungsstücken - diy nähen selbstgemachtes handmade Kleidung Kleider

Die Fashion Revolution Week vom 23.-29.April liegt zwar schon wieder ein paar Tage zurück, aber das Thema nutzt sich natürlich nie ab. Am 24. April 2013 stürzte die Rana Plaza Fabrik in Bangladesch aufgrund akuter Baumängel ein und begrub mehr als tausend Menschen unter sich.
Jedes Jahr wird nun dieser Jahrestag als Anlass genommen, seinen eigenen Kleidungskonsum zumindest einmal jährlich kritisch zu hinterfragen.

Mit etwas Abstand kann ein Gang durch ein x-beliebiges Einkaufscenter schon mal zur Läuterung werden, wenn man darüber nachdenkt, welche Massen da IM MOMENT auf den Bügeln hängen, dass diese Kleidung nach Hause getragen wird und im Geschäft natürlich wieder ordentlich nachbestückt wird. Ich frage mich dann oft, wie die Reise von einem Kleidungsstück eines beliebigen Bekleidungsriesens wohl aussieht. Werden die Stücke überhaupt mal gewaschen oder gleich nach dem Tragen weggeworfen? Wissen die neuen Besitzer überhaupt, dass es so etwas wie Kleidertonnen oder Abgabemöglichkeiten überhaupt gibt? Wenn ja, nutzen sie es auch?

Es ist eigentlich sehr traurig und auch irgendwie pervers, dass Kleidung, sobald das Preisschild entfernt und sie zumindest einmal getragen wurde, praktisch keinen Wert mehr besitzt. Bei vielen schlummert das Kleidungsstück fortan als ungenutzte Ressource im Kleiderschrank, andere werfen es nach ein paar Mal Tragen weg.

Auch für uns, die ihre Kleidung selber nähen ist das Thema nicht ganz uninteressant, denn oft verlagert sich der Konsum von Fast Fashion einfach nur zur Produktion von Fast Fashion.
Viel zu oft ertappe ich mich selbst dabei, wie ich mir wünsche, dass ich mit diesem Teil schneller fertig bin, nur damit ich mit dem nächsten und dem übernächsten Stück schneller beginnen kann. Absurd, vor allem wenn man so wie ich ohnehin ständig an irgendeinem Strickstück oder genähten Kleidungsstück arbeitet.

Deshalb ist und bleibt es für mich ein ewiger Prozess, mich darauf zu besinnen, dass es mir eigentlich um die Tätigkeit an sich geht. Dass ich es liebe zu nähen oder zu stricken, dass ich mir ruhig mehr Mühe bei einem Stück geben kann um meine Kenntnisse zu verfeinern. Dass es auch ein Lernprozess ist, zu erkennen, welche Schnitte mit welchen Stoffen harmonieren, auf zeitlose Schnitte zu setzen und trotzdem die Experimentierfreude nicht zu verlieren. Mit Stolz die eigenen Fortschritte zu verfolgen und zu wissen, dass der Freund die selbstgestrickten Pullover und Jacken lieber mag als die gekauften.

I made my clothes - #whomademyclothes #fashionrevolution


Da das Thema Kleidung etwas ist, mit dem ich mich schon seit Jahren immer wieder kritisch auf meinem Blog auseinander gesetzt habe, hier noch eine Zusammenstellung ausgewählter Artikel zum Thema:

- Wertschätzung von Kleidung
- DIY und Nachhaltigkeit
- Aussortiert und nun?

Die Rückbesinnung auf das Wesentliche ist übrigens auch der Grund, warum es auf meinem eigenen Blog Green Bird momentan sehr ruhig zugeht: ich habe nicht mehr das Bedürfnis und den Druck jedes einzelne selbstgemachte Teil im Internet zu präsentieren, sondern genieße lieber im Stillen für mich.

Weiterführende Links:
Fashion Revolution - Austria


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Montag, 10. Juli 2017

EiNaB #22: Gepolsterten Sessel neu beziehen

Anleitung für das Neubeziehen eines Polsterstuhls - Polstern leicht gemacht

Mit unseren beiden Küchenstühlen vom Möbelschweden war ich schon längere Zeit nicht mehr zufrieden. Sie sind zwar aus Vollholz, aber so wirklich bequem waren sie nie. Da ich den Esstisch auch als Näh- und Arbeitsplatz nutze, sitze ich oft stundenlang und nähe oder schreibe meine Blogartikel. Nachdem ich in letzter Zeit wieder vermehrt Rückenschmerzen hatte war klar, dass neue Sessel her müssen.

So kam es mir gerade recht, dass beim Ausräumen von Omas Wohnung auch die Esstisch-Garnitur fällig war. Da kein anderer von der Familie Anspruch drauf erhob, saß ich erst mal Probe und siehe da, sie waren viel, viel gemütlicher als die eigenen Sessel. Also haben wir sie eingepackt und in unserer Küche wieder aufgestellt. Da die Stühle aber schon etwas älter sind, war der integrierte Sitzbezug am Ende seines Lebens angelangt.

Gepolsterten Sessel neue beziehen - So wird's gemacht - DIY Anleitung

Nach einer kurzen Nachschau im Baumarkt, wie viel Tacker kosten, beschloss ich, mich in Geduld zu üben und Papas Tacker auszuborgen. Von der Schwiegermama habe ich mir dann noch eine große Sitzauflage geschnorrt. Ebenfalls aus Omas Stoffvorräten stammt der neue Überzug. Ein etwas stärkerer, beiger Stoff, für den ich ad hoc keine andere Verwendung wusste wurde also zum neuen Sitzkissen.

Ich dachte mir, dass es gar nicht so schwer sein kann, einen neuen Stoff um ein Stück Holz herum anzutackern. Aber ich wurde eines besseren belehrt. Schwer ist es zwar wirklich nicht, aber kraftraubend und schweißtreibend.

DIY Anleitung - Gepolsterten Sessel neu beziehen


Da ich das Projekt leider alleine umgesetzt habe, konnte ich den Mann nicht als Fotografen verpflichten. Deshalb gibt es auch keine wirklich guten Fotos vom Arbeitsprozess, aber ich denke, ihr könnt euch die Arbeitsschritte auch so vorstellen.

Das wird benötigt:

- Handtacker (sollte für Polsterarbeiten geeignet sein)
- Tackerklammern (ca. 10 mm Länge)
- zu polsternder Stuhl
- Stoff
- Schaumstoff oder sehr dicker Vlies
- Schere
- Schlitzschraubenzieher (als Hilfsmittel)
- Zange


So wird's gemacht: 

1. Zuerst muss die Sitzauflage demontiert werden. Manche Stühle haben auf der Unterseite Holzklammern, die man einfach nur nachdrehen muss, damit sich die Sitzfläche löst. Als Vorarbeit werden mit Zange und Schlitzschraubenzieher die alten Klammern aus dem Holz gelöst.


2. Nun wird die Sitzfläche auf den Schaumstoff gelegt. Die Kontur könnt ihr mit einem Stift markieren und dann den Schaumstoff zuschneiden.


3. Sitzfläche und Schaumstoff zusammenlegen und so auf den Stoff legen. Genug Stoff rundherum frei lassen. 5-6 cm um die Sitzfläche herum sollten reichen. Den Stoff zuschneiden.


4. Den Stoff auf den Schaumstoff legen und mit dem Tacker auf der Rückseite der Sitzfläche antackern. An den Ecken/Rundungen denn Stoff sehr stramm ziehen, damit sich keine Falten bilden. Eventuell müssen Klammern wieder entfernt werden, damit der Stoff richtig gespannt wird.


5. Sind alle Klammern drin und der Stoff faltenfrei, kann der überschüssige Stoff weggeschnitten werden.


6. Sitzfläche wieder am Stuhl montieren. Fertig!

*****

Pro Sessel müsst ihr ca. mit einem Zeitaufwand von einer Stunde rechnen. Das Rausholen der alten Nägel dauert schon eine Weile und wenn ihr nicht gerade einen Elektrotacker zur Hand habt, verlangen eure Hände während der Arbeit auch mal nach einer Pause. Insgesamt aber ein vertretbarer Zeitaufwand.

Für dieses Projekt beliefen sich die Zusatzkosten für mich auf null Euro. Werkzeug ausgeliehen, Material second hand verwendet. Wieder mal ein gelungenes Wiederverwendungsprojekt, wie ich finde. Und ich bin stolz auf meine ersten neu gepolsterten Möbelstücke


DIY Anleitung - Gepolsterten Stuhl neu beziehen

So, aber genug von mir und meinen Küchenstühlen. Nun seid ihr an der Reihe und könnt eure nachhaltigen Projekte, Rezepte oder Denkanstöße verlinken.

lg
Daniela

#EiNaB im Juli und August 2017



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Freitag, 10. März 2017

#EiNaB 20: Hoch lebe das Lastenrad!

Vor zwei Jahren bin ich mit meiner Familie von Kopenhagen nach Deutschland gezogen. Wir standen damals vor einer wichtigen Frage: Sofa oder Lastenrad? Die Tür des Umzugswagens ging nämlich nur zu, wenn eines von beiden in Kopenhagen blieb. Wir haben uns dann schweren Herzens von dem alten Second Hand-Sofa getrennt und bereuen es nicht, das Lastenrad mitgenommen zu haben.



Auch unser Lastenrad ist gebraucht gekauft. Solche Räder gibt es in Dänemark in vielen verschiedenen Versionen. Dazu hier ein kleiner Ausschnitt aus meinem Buch "Ein Jahr in Kopenhagen - Reise in den Alltag":

"Laut Zahlen der Kopenhagener Touristinformation Visit Copenhagen haben 25 Prozent der Familien mit zwei Kindern ein Lastenrad. Inzwischen wusste ich auch, dass so ein "Christiania-cykel" in meiner neuen Wahlheimat die Familienkutsche schlechthin ist, und dass es mit Preisen zwischen 10.000 und 20.000 Kronen, je nach Ausstattung, auch entsprechend kostet. Die geniale Erfindung auf drei Rädern - zwei vorn, eins hinten -, kommt direkt aus dem berühmten, Auto-freien Hippie-Viertel Christiania, wo die ersten Gepäck-Räder in den 1970er Jahren erfunden wurden. Inzwischen sind sie ein mit Designpreisen ausgezeichneter, aber immer noch populärer Klassiker, den es in verschiedensten Varianten ("light" oder mit Elektromotor) und Ausstattungsstufen (mit Kinderbank und Gurten, mit Regendach, rollstuhlgeeignet) gibt."

Jetzt sollen Lastenräder auch in Deutschland populär werden, in manchen Großstädten sind sie schon deutlich häufiger zu sehen - bei uns auf dem leider nicht so platten Land dagegen weckt unser Rad immer wieder Aufsehen. Wanderer winken uns freudig, wenn wir die Kinder in die Kita fahren...

Das Bundesumweltministerium verkündete kürzlich, dass es das dreijährige Projekt "Lastenrad-Test" des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) mit 1,8 Millionen Euro fördern wolle. Schön wäre es, wenn Lastenräder gerade im gewerblichen Bereich (Post, Lieferdienste aller Art, ...) häufiger zum Einsatz kämen. In hügeligem Gelände ist ein unterstützender Elektromotor da sicher empfehlenswert.

DIY Lastenrad?


Online kursieren auch verschiedene Gebrauchsanleitungen, um solche Fahrräder selbst zu bauen, natürlich auch aus Dänemark. Die Firma N55 hat verschiedene Modelle zum Nachbau entworfen, die unter CC-Lizenz zur nichtkommerziellen Verwendung freigegeben sind. Schöne Bilder der XYZ Cargo Bikes gibt es hier. Wer aber nicht zufällig alte Fahrradteile für den Bau wiederverwenden kann, kommt bei Neukauf aller Einzelteile auch auf recht hohe Anschaffungskosten - und viele Arbeitsstunden. In den Großstädten finden dazu sogar Workshops statt. Besonders schön finde ich dazu diesen Beitrag vom Hamburger Lokal-TV Tide samt Interview mit Till Wolfer von XYZ Cargo:



Und welche Räder fahrt ihr?


Ich lade euch ganz herzlich dazu ein, in dieser neuen Runde von "einfach. nachhaltig. besser. leben." zu teilen, was euch gerade an DIY und Nachhaltigkeit interessiert. - Natürlich auch alles rund um einen nachhaltigen Lebensstil, was nicht mit Radfahren zu tun hat! Teilt einfach euren Blogpost über das InLinkz-Formular mit uns und vergesst nicht, vom Blogpost aus auf diese Seite zu verlinken.

Viele Grüße,

Marlene vom Blog "Verrücktes Huhn"


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