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Mittwoch, 10. März 2021

#EiNaB 44: Wie voll ist dein Kleiderschrank?

Im Greenpeace Magazin 1.21, das sich voll und ganz dem Thema Konsum widmete, hab ich folgende Statistiken gelesen: "Mehr als 80 Milliarden Kleidungsstücke werden jährlich hergestellt. Durchschnittlich 60 kaufen die Deutschen pro Kopf und Jahr, ein Fünftel davon wird nie oder so gut wie nie getragen." (Zum Artikel) Im gleichen Artikel werden eine Menge tolle Leute vorgestellt, die sich schon seit Jahren für die Entschleunigung in der Modebranche einsetzen und kreative, modische Gegenentwürfe leben.



Weil mich das Thema seit Jahren beschäftigt, führe ich seit 2017 Statistik über meine Mode-Einkäufe. Das heißt, wenn ich mir etwas kaufe oder nähe, schreibe ich das auf einen Zettel an der Wand. Ich wollte einfach wissen, ob mein "gefühlter Konsum" mit meinem tatsächlichen Konsum übereinstimmt. Zum Glück für mich, befinde ich mich unter dem deutschen Durchschnitt - hier findet ihr meinen aktuellen Blogpost.

Weniger ist mehr

Kleidungskauf hat nicht nur etwas mit fairer oder unfairer Bezahlung der Arbeiter oder dem Pestizideinsatz beim Anbau von Rohstoffen zu tun: "Weltweit gehen beinahe 20 Prozent der Gewässerverschmutzung und 10 Prozent der CO2-Emissionen auf das Konto der Modeindustrie", berichtet das Greenpeace-Magazin weiter. Dass die Ressource Wasser in den nächsten Jahrzehnten auch bei uns immer wertvoller und knapper werden wird, kündigen bereits unsere rekordtrockenen Sommer an. 

Wie so oft läuft alles darauf hinaus, dass unser aktuelles Konsummodell, das nach dem Motto "Je mehr, desto besser" funktioniert, ersetzt werden muss. Es zerstört uns schlicht und einfach die Lebensgrundlage. Deshalb braucht es neue Geschäftsmodelle, die unsere Lust auf Abwechslung im Kleiderschrank befriedigen. Ansätze gibt es schon: Tauschmodelle, Kleider-Abo-Modelle, professionelles Upcycling, usw. Wir müssen lernen, Rohstoffe wieder wertzuschätzen, so wie es vor 100 Jahren noch ganz normal war. Die Zeit dazwischen war eine Sackgasse, die quasi den absteigenden Ast hinauf führt. Und trotzdem muss das ja nicht heißen, dass wir auf Abwechslung und Modisches verzichten müssen. Ideen sind gefragt!

Ich hab das Gefühl, dass das Thema bei vielen angekommen ist. Immer mehr junge und auch ältere Menschen sind sich bewusst, dass es so nicht weitergehen kann. Aber ich weiß nicht, ob es bereits genug Leute sind, damit das Ruder wirklich noch herumgerissen werden kann. Sind wir Menschen schnell genug? Was sagt ihr?

Wie immer freuen wir uns über eure Links zu allen Blogpost, die nachhaltige Themen im Alltag ansprechen!

Eure Marlene vom Blog Verrücktes Huhn

💚💚💚

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Dienstag, 10. März 2020

#EiNaB 38: "Köpskam" macht die Konzerne nervös

Einkaufszone
Bild von Pexels auf Pixabay

Eine neue Runde unserer Linkparty "einfach. nachhaltig. besser. leben." geht an den Start! Nachdem Birte vom Blog wirwollennachhaltigleben.blog in ihrem ersten Gastgeber-Post das Thema Minimalismus in den Mittelpunkt gestellt hat, möchte ich mit meinem Beitrag ein Stück weit daran anknüpfen. Ihr seid natürlich wieder herzlich eingeladen, eure Blogposts zu ALLEN Themen rund um Nachhaltigkeit zu teilen! 

Dank der schwedischen Klima-Aktivistin Greta Thunberg hat das auch in Schweden recht neue Wort "flygskam" (Flugscham) bereits seinen Weg in den Duden geschafft:
Flug|scham: schlechtes Gewissen, das Klima beim Reisen mit dem Flugzeug (vor allem durch den hohen CO2-Ausstoß) zu belasten (Quelle: Duden.de)
Seit Sommer letzten Jahres ist in den schwedischen Medien bereits vom nächsten "Trend" die Rede, der den großen schwedischen Modeketten ernsthafte Sorgen macht: Es geht um die "Köpskam", die sogenannte "Kaufscham". Analog zur Flugscham beschreibt die Wortneuschöpfung dieses leise (oder laute) schlechte Gefühl, das einen beim Shoppen überkommt, wenn man gegen besseres Wissen zum nicht-nachhaltigen Produkt greift.

Kaufscham: Wer kennt dieses Gefühl?


Vor ein paar Jahren habe ich mir das Ziel gesetzt, nur noch nachhaltig produzierte oder gebrauchte Kleidung zu kaufen. Das schränkt zunächst einmal den Konsum unglaublich ein, weil man sich weitestgehend vom Spontankauf verabschieden muss. Wenn die nächste große Stadt nicht gerade um die Ecke liegt, muss man entweder zum Anprobieren den weiten Weg in Kauf nehmen oder online bestellen. Vor allem aber kostet nachhaltig produzierte Kleidung so viel mehr, dass man deutlich weniger kauft.

Selbstgenähtes Upcycling-Shirt


Seit 2017 schreibe ich meine Kleiderkäufe auf und habe hier und hier und hier im Blog darüber Bilanz gezogen. Ich bin nicht perfekt, gerade beim Thema Schuhe ist es schwer, etwas Nachhaltiges und gleichzeitig gut Passendes zu finden und natürlich ist auch immer noch der ein oder andere Spontankauf dabei. Aber immerhin weiß ich, wie viel es wirklich ist - früher hatte ich immer nur so ein diffuses Gefühl, dass ich mich um nachhaltige Einkäufe bemühe.

Wird die "Kaufscham" ein Trend?


Analog der Medienlogik griffen die schwedischen Onlinemedien natürlich gleich zur Sensations-Rhetorik und titelten: "Nach der Flugscham fürchten die Läden nun die Kaufscham" (Quelle: Aftonbladet). Natürlich stellte sich die Gefahr dann gar nicht als so groß heraus, der Black Friday schlug auch in Schweden wieder die alten Rekorde, wenn der Umsatz auch ein wenig unter den Erwartungen blieb. Doch das Umdenken kommt langsam, aber stetig. Nicht nur in Schweden wächst die Second Hand-Branche, auch in Deutschland. Immer mehr etablierte große Firmen, die sonst nichts mit Nachhaltigkeit am Hut hatten, springen auf den Trend auf - ein klares Zeichen dafür, dass unsere Kaufentscheidungen doch einen Unterschied machen.

Kein Grund, sich zu schämen!


Jetzt brauchen wir nur noch mehr "Umweltstolz" (Wer findet den schönsten Begriff?), für das gute Gefühl 😏 Und zwar jedes Mal, wenn wir etwas nicht gekauft haben, weil wir zu dem Schluss gekommen sind, dass wir nur einem spontanen Impuls gefolgt wären, oder wenn wir den Zug statt dem Auto genommen haben (obwohl das doppelt so viel kostet 😒), wenn wir z.B. weniger Fleisch essen oder den Kaffee nun mit Hafermilch trinken.

In diesem Sinne wünsche ich uns eine inspirierende Linkparty! - Wer gern einmal Gastgeber sein will, ist herzlich eingeladen, sich bei uns per Mail oder Kommentar zu melden. Ihr seid herzlich willkommen!

Marlene vom Blog "Verrücktes Huhn"



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Donnerstag, 9. Januar 2020

#EiNaB 37: Minimalismus

Liebe EiNaB-Leser und -Leserinnen!

Es ist mir eine große Ehre in dieser Runde Eure EiNaB-Gastgeberin zu sein. Ich hoffe, Euch mit meinem kleinen Beitrag eine Inspiration sein zu können und freue mich auf Eure Verlinkungen!

Ich schreibe Euch heute einen kleinen Überblick zum Thema Minimalismus, denn dieses Thema ist mir auf meinem eigenen Weg zu mehr Nachhaltigkeit über den Weg gelaufen und hat sich zu meinem absoluten Herzensthema gemausert.


Minimalismus - was ist das?

Ja, der Begriff ist reichlich abgedroschen mittlerweile und wird für alles mögliche verwendet. Daher herrscht leider eine gewisse Unklarheit und Verwirrung, was seine Bedeutung angeht. (Siehst Du eventuell gerade jemanden vor Deinem geistigen Auge, der nur noch 50 Dinge besitzt und in einer leeren, weißen Einzimmerwohnung wohnt?)

Dabei ist es ganz einfach: Minimalismus ist die Reduktion auf das Wesentliche. Ich lebe minimalistisch, wenn ich alles, was für mich unwichtig ist, aus meinem Leben verbanne, um Platz, Zeit, Geld und Aufmerksamkeit für das zu schaffen, was mir wichtig ist.

Wie das konkret aussieht, ist sehr individuell! Jeder muss seinen eigenen Minimalismus definieren. Entscheidend ist, was dieser konkreten Person wichtig ist - und was nicht.



Bildquellen von oben links im Uhrzeigersinn: DarthZuzanka via Pixabay.com, Ricardo Esquivel via Pexels.com, bedrck via Pixabay.com, Canva Datenbank.

Minimalismus - was soll das?

Wie erwähnt - Minimalismus soll Platz, Zeit, Geld und Aufmerksamkeit frei machen für das, was uns im Leben wirklich wichtig ist.

Mistest Du Sachen aus - hast Du mehr Platz. Um Dinge musst Du Dich kümmern, sie reinigen, ordnen, wegräumen, pflegen. Das fällt weg, wenn die Sache weg ist.
Weniger Dinge bedeuten auch weniger Kosten für Instandhaltung, Reparatur, Reinigung und so weiter. Du sparst Geld. Wenn Du nicht die ganze Zeit mit den Gedanken bei irgendwelchen Dingen bist ("Ich müsste dieses XYZ mal ausprobieren/benutzen/putzen...."), ist Deine Aufmerksamkeit frei für die wichtigen Dinge des Lebens.

Und das waren Beispiele nur für den Minimalismus bezogen auf Sachen! Weitere Vorteile ziehst Du, wenn Du in weiteren Bereichen Deines Lebens reduzierst - zum Beispiel Hobbys oder soziale Kontakte. (Um dem Aufschrei, den ich förmlich hören kann, vorzubeugen: Du lässt nur weg, was Dir nicht wichtig ist! Das ist auch bei Hobbys und sozialen Kontakten kein Verlust.)

Kurz: Minimalismus wird Dein Leben schöner machen!

Und ganz nebenbei ist es auch noch mega-nachhaltig, minimalistisch zu leben. Denn den Dingen, die Du weggibst, verschaffst Du einen Einsatz woanders und der neue Besitzer muss sich so einen Gegenstand nicht neu anschaffen. Außerdem wirst Du, minimalistisch lebend, neue Anschaffungen sehr genau hinterfragen. Denn Du willst ja keine Dinge mehr haben, die Dir nicht wirklich wichtig sind! Das Bedürfnis, sich neue Sachen zu kaufen, sinkt ganz automatisch.

Und das ist nachhaltig, denn es gilt ja:

Das nachhaltigste Produkt ist das Produkt, das gar nicht erst hergestellt wird. Jedes Produkt, das nicht hergestellt werden muss, ist gut. Keine schwer arbeitenden Kinder, Frauen und Männer können für dieses Produkt ausgebeutet, keine Ressourcen verbraucht, keine Tiere gequält, keine Umweltschäden durch Herstellung und Transport verursacht werden.

Und wenn Du das Produkt nicht kaufst, fragst Du es nicht nach. Deine Nichtkaufentscheidung ist Deine Stimme gegen die Produktion dieses Produktes.

Und ja, das gilt auch für "grüne" Produkte. Diese sind natürlich immer noch besser als ihre Vorgänger, die sogenannten konventionellen Produkte. Aber das Nicht-Produkt ist noch besser.


Minimalismus - wie geht das?

Und wie kannst Du jetzt Dein Leben minimalistisch(er) machen? Finde heraus, was für Dich wichtig ist. Und dann lass alles andere gehen. Zugegeben, es ist nicht immer leicht. Aber es lohnt sich soooooo! Ich sag Dir, versuch es mal!

Reduziere die Neuanschaffungen und reduziere die unwichtigen Dinge die Du bereits in Deinem Leben hast.

Für die Reduktion der Neuanschaffungen suche Dir eine Methode, die verhindert, dass Du Dir ohne recht zu überlegen Dinge kaufst. Guck was für Dich funktioniert. Bestell Kataloge ab, mach Dir eine Warteliste für Anschaffungen (auf dieser müssen neue Wünsche erstmal 30 Tage überleben bevor Du sie Dir erfüllst), oder stell Dir folgende Fragen bevor Du kaufst:

"Brauch ich das? Wenn ja, wirklich? Wenn ja, wirklichwirklich? Wenn ja, kann ich nicht das alte noch benutzen? Wenn nein, wirklich nicht? Kaputt? Kann ich es nicht reparieren? Reparieren lassen? Nein? Brauch ich wirklich einen Ersatz? Wirklich? Ja? Muss das denn wirklich Neuware sein? Ja, klar? Warum? Gibt es dafür einen bestimmten Grund? Ist das echt so wichtig? Zweifelhaft? Vielleicht erstmal ein gebrauchtes Exemplar probieren? Neu kaufen kann man immer noch. Wenn es gar nicht anders geht. Wirklich gar nicht."

Für die Reduktion der Dinge, die bereits in Deinem Leben sind, fang bei ein paar einfachen Sachen an, die offensichtlich unwichtig sind. In einer Kramschublade zum Beispiel. Und dann miste aus. Frag Dich bei jeder Sache ob Du sie behalten willst und warum. Ob Du sie wirklich behalten willst. Macht sie Dein Leben wirklich besser? Benutzt Du sie? Freust Du Dich über sie? Auch hier muss jeder seine eigene funktionierende Formel finden. Die Frage, die entscheidet.

Und ich wette, Du kommst in einen Minimalisier-Fluss, der Dir die nächste Entscheidung immer noch ein wenig einfacher macht. Natürlich wird es Phasen geben in denen der Schwung fehlt, aber die Erfolge, die Dir Deine Reduktion bringt, werden Dich wieder auf den Minimalisier-Pfad zurückbringen.

Aaaaaach, ich könnte noch eeeeewig über das Thema schreiben. Es ist wirklich zu meinem Herzensthema geworden. Es bietet so viele Lösungen, nicht "nur" im Wege des nachhaltigen Konsums, sondern auch für Probleme in der eigenen Lebensführung. Platz, Zeit, Geld und Aufmerksamkeit werden frei für Themen, Dinge und Personen, die Dir wirklich, wirklich wichtig sind.

Aber ich will hier keine Romane schreiben. Schau gern auf meinem Blog vorbei, da geht es auch viel um das Thema Minimalismus.

Und nun freue ich mich auf Eure Links!

Mit tatkräftigen Grüßen,

Eure Birte
von
wirwollennachhaltigleben.blog




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Sonntag, 10. März 2019

EiNaB #32: Tipps fürs nachhaltige Nähen


EiNaB geht in Runde 32. Ganz besonders freut uns, dass die Parade wieder Zuwachs unter den Autorinnen gebracht hat: Brigitte, Birte und Christiane sind unsere neuesten Mitstreiterinnen :) Herzlichen Willkommen!

Für das eigene Hobby gibt man meist gerne und oft auch einiges an Geld aus. Gerne lässt man auch die guten Vorsätze gerne mal vor dem jeweiligen Fachgeschäft zurück. Die Verlockungen vor dem Regal sind oft groß. Die nachfolgenden Tipps sollen zeigen, dass man nicht unbedingt mit Bio-Stoffen nähen muss, um ein bisschen mehr Nachhaltigkeit ins kreative Hobby zu bringen.

Die nachfolgenden Tipps sind zwar eher für ein textiles Hobby ausgelegt, einige davon lassen sich aber auch für andere kreative Hobbys verallgemeinern. 

  • Wunschliste führen: Eine Liste mit den geplanten Projekten zu führen hilft, sich darüber klar zu werden, was einem eigentlich gefällt, ob man so etwas schon im Schrank hat und ob man ähnliches häufig trägt. Auch eine Saisonplanung kann für all jene, die viel nähen, Sinn machen. Das hilft strukturierter zu arbeiten und seine Wunschprojekte nicht aus dem Blick zu verlieren. Außerdem werden so Spontankäufe von Schnitt- oder Strickmustern reduziert.
  • Skizzenbuch erstellen: Ich führe ein kleines Büchlein mit Schwarz-Weiß-Skizzen, wo ich drunter einfach nur den Titel des Schnitt- oder Strickmusters schreibe. Ist das Stück fertig, wird die Skizze koloriert. Das motiviert auch gleichzeitig, wenn man sieht, was schon alles erledigt wurde :)
  • Bewusster Materialeinkauf: Versuche auch bei Ausverkäufen im Lieblings-Onlineshop oder bei lokalen Schnäppchenjagden immer das mögliche Endergebnis im Blick zu behalten. Das spart unnötige Materialkäufe.
  • Gib Natur- oder naturnahen Materialien wie Baumwolle, Leinen, Viskose etc. den Vorzug gegenüber Kunstfasern. Diese fühlen sich auf der Haut meist angenehmer an, fangen nicht so schnell an zu müffeln und müssen seltener gewaschen werden, da auslüften oftmals reicht. Stricksachen aus reiner Wolle wasche ich höchstens einmal pro Saison. 
  • Bewusste Auswahl von Stoffen, Farben und Schnitten: wähle, was du auch sonst gerne trägst bzw. tragen würdest und was zu deinem Typ passt. Bei gehypten Trendschnitten wie Jumpsuits, Off-Shoulder Oberteilen kann man auch mal in einem Bekleidungsgeschäft ausprobieren, ob so ein Schnitt überhaupt zu einem passt, bevor man die Schere ansetzt.
  • Einkaufs- oder Stoff-Diät: Eine kleine Einkaufsdiät zwischendurch hilft, die Bestände abzubauen und fordert die Kreativität heraus.
  • Projekte aus Resten: Ebenfalls immer wieder lohnend sind Projekte aus Reststücken, wie Quilts oder Patchworkarbeiten. So wird man Stoffreste los und erschafft gleichzeitig wunderschöne Einzelstücke.
  • Nur das notwendigste Ausdrucken: PDF-Schnittmuster werden oft mit ausführlichen Anleitungsheftchen ausgeliefert. Drucke am besten nur den Schnitt aus, die Anleitungen lassen sich auch gut am Handy oder Tablet lesen. (und seien wir uns ehrlich: 99% der Sachen näht oder strickt man nur einmal)
  • Mülltrennung: Was in der Küche funktioniert, hört im Hobbyraum leider oft auf.
  • Qualität vor Quantität: Investiere in gutes Werkzeug und hochwertige Kurzwaren. Denn wie heißt es so schön: billig kauft man zweimal. 
  • Kauf 2nd Hand: Egal ob Nähmaschinen, die Einrichtung für die Näh- bzw. Bastelecke oder gar Stoffe und Wolle: manchmal hat man Glück und kann 2nd Hand richtige Schätze ergattern.
  • Stücke abändern: oft reichen ein paar kleine Änderungen um 2nd Hand Stücken oder Stücken aus dem eigenen Kleiderschrank wieder neues Leben einzuhauchen. 
  • Refashion: aus der Tischdecke wird ein Rock, aus dem Kleid ein Crop-Top und ein Rock oder eine Tunika, aus der löchrigen Jeans werden Sommershorts. Was früher notwendig war, ist heute hip ;-)
  • Weniger ist mehr: wenn du gerne nähst oder strickst, versuche dich an Projekten mit einem höheren Schwierigkeitsgrad statt einfach nur den Output zu steigern

Was sind eure Tipps und Tricks, um euer kreatives Hobby möglichst nachhaltig zu betreiben?

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Samstag, 24. November 2018

EiNaB #30 - Mehr ist nicht mehr - Lässt sich ein Zuviel an Geschenken vermeiden?

Neulich feierten wir Kindergeburtstag mit Großeltern und Urgroßeltern. Unser Kind bekam vor allem Bücher, Hörspiele, ein größeres Lernspielzeug mit einem interaktivem Stift, was sie sich gewünscht hatte, dazu ein paar "Kleinigkeiten" wie Strumpfhosen, Süßigkeiten, Stifte. Am Ende ein umfangreicher Stapel neuer Habseligkeiten, obwohl doch jeder nicht zu viel schenken wollte. Und Weihnachten steht vor der Tür.

Zuviel ist nicht immer besser.

Auch ich habe zur "Geschenkeflut" beigetragen, denn ich hab eine Menge (gebrauchte) Mangas geschenkt, die wir gern gemeinsam lesen. Ein Schlüsselmoment war für mich, als sich mein Großvater im Sessel zurücklehnte und sagte: "Ihr könntet ja einen Spielzeugladen eröffnen!"

Er hat recht. Schaut man sich bei uns um, ist überall Spielzeug. In den vergangenen Jahren gab es ja immer wieder Anlässe, was zu schenken und zu kaufen und was nicht kaputt ist, wird auch nicht weggeschmissen bzw. wollen sich die Kinder davon auch nicht trennen. Wir haben eigentlich immer versucht, nicht zu übertreiben, aber an Weihnachten, Geburtstagen und Ostern kommt trotzdem schnell einiges zusammen.

Früher war alles ... weniger

Mein Opa erzählte dann von seiner Kindheit in den Kriegsjahren. Spielzeug-Geschenke waren da die absolute Ausnahme. Man erbte von den älteren Geschwistern oder von den Eltern und viele seiner Spielsachen hütet er noch heute auf dem Dachboden. Überhaupt, der Dachboden. In der Familie gab es offenbar den Brauch, dass Spielzeug in der Adventszeit oder an Weihnachten vom Dachboden hervorgeholt wurde. Oft hatten die Eltern dann Kaputtes repariert, die Farben der Holzautos aufgefrischt und die Gardinen in der Puppenstube gewaschen. In der Winterzeit standen dann Puppenhaus, Eisenbahn, Holzautos, natürlich auch Soldaten und Holzgewehr, Puppen und Puppenwagen zur Verfügung. Den Kindern kam das "alte" Spielzeug so jedes Jahr wie neu vor. Im Februar, wenn das Wetter milde wurde, packen die Eltern das Spielzeug wieder sorgfältig auf den Dachboden und die Kinder landeten wieder an der frischen Luft. Auch eine Idee für heute?

Zu Weihnachten: Apfel, Nuss und Mandelkern

Natürlich durften die Lieblingspuppe und der Ball das ganze Jahr benutzt werden, aber viel mehr nicht. Vieles hätten die (größeren) Kinder mit der Laubsäge selbst hergestellt, zum Beispiel kleine Holztiere. Und was gab es dann zu Weihnachten? - Das gleiche wie in den alten Volksliedern: Apfel, Nuss und Mandelkern, vielleicht ein Stück Schokolade und vom Großvater ein Pfefferkuchenhaus, das sich jedes Kind persönlich bei ihm abholte. Und die Freude war groß.

Früher gab es Früchte und Gebäck als Weihnachtsgeschenke.
(Das Foto stammt aus der traditionellen Weihnachtsausstellung im Museum Burg Posterstein in Thüringen.)
Am Weihnachtsbaum hingen Naschereien, die die Mutter jeden Tag abends zählte - und natürlich wurden es mit der Zeit immer weniger. Aber wer weiß heute schon noch so genau, wer wann wie viel Süßigkeiten verdrückt? Welches Kind empfindet geschenkte Süßigkeiten heute noch als etwas Besonderes? Wenn es alles immer das ganze Jahr über gibt ("Südfrüchte", Süßigkeiten, Lebkuchen ab Oktober...), was macht dann noch das Besondere von Weihnachten aus?

Wir brauchen wieder mehr besondere Momente

Ich habe dann viel darüber nachgedacht. Man kann diese Zeit nicht zurückholen und viele der Spielzeuge, die unsere Kinder heute haben, sind ja auch toll. Sie lesen nicht nur das eine Buch, das Tante Soundso geschenkt hat so oft, dass sie es auch nach 70 Jahren noch auswendig können werden, sondern hören viele, viele schöne Geschichten. Sie haben alle Möglichkeiten, mit verschiedensten Stiften und Papieren und Werkzeugen kreativ zu werden. Sie können mit tausenden von Legosteinen, Eisenbahnschienen, Playmobil usw. bauen und mit gefühlt hundert Kuscheltieren kuscheln. Aber braucht es die wirklich alle? Sind sie dadurch wirklich kreativer und glücklicher?

Wie vermittelt man, das weniger mehr sein kann?

Das Phänomen kennen wir ja nicht nur aus dem Kinderzimmer, sondern uns geht es selbst ja ganz genauso. Nicht alle Dinge, die wir haben, brauchen wir wirklich. Vieles wäre besser, wir hätten es nur für eine Zeit geliehen (Bücher, Filme, Klamotten, Werkzeuge, ...), statt es auf ewig in unseren Haushalt zu integrieren. Was wir vorleben, schauen sich auch die Kinder ab. Aber wie vermittelt man ein "Weniger ist mehr"? Und wo macht man Abstriche? Und wie bekommt man die Verwandtschaft mit ins Boot? Und welchen Einfluss hat man schon, wenn die Kita- und Schulfreunde bereits an Nikolaus beschenkt werden, als wenn Weihnachten wäre?

Ich freue mich auf eure Kommentare und Linktipps! Und natürlich könnt ihr auch diesmal wieder Blogposts zu allen Themen, die das Thema Nachhaltigkeit im Alltag berühren, verlinken.

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Eine schöne Adventszeit wünscht Marlene vom Blog "Verrücktes Huhn"


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Donnerstag, 10. Mai 2018

EiNaB #27 - Fashion Revolution

Fashion Revolution Week - bewusster Konsum von Kleidung - selbermachen von Kleidungsstücken - diy nähen selbstgemachtes handmade Kleidung Kleider

Die Fashion Revolution Week vom 23.-29.April liegt zwar schon wieder ein paar Tage zurück, aber das Thema nutzt sich natürlich nie ab. Am 24. April 2013 stürzte die Rana Plaza Fabrik in Bangladesch aufgrund akuter Baumängel ein und begrub mehr als tausend Menschen unter sich.
Jedes Jahr wird nun dieser Jahrestag als Anlass genommen, seinen eigenen Kleidungskonsum zumindest einmal jährlich kritisch zu hinterfragen.

Mit etwas Abstand kann ein Gang durch ein x-beliebiges Einkaufscenter schon mal zur Läuterung werden, wenn man darüber nachdenkt, welche Massen da IM MOMENT auf den Bügeln hängen, dass diese Kleidung nach Hause getragen wird und im Geschäft natürlich wieder ordentlich nachbestückt wird. Ich frage mich dann oft, wie die Reise von einem Kleidungsstück eines beliebigen Bekleidungsriesens wohl aussieht. Werden die Stücke überhaupt mal gewaschen oder gleich nach dem Tragen weggeworfen? Wissen die neuen Besitzer überhaupt, dass es so etwas wie Kleidertonnen oder Abgabemöglichkeiten überhaupt gibt? Wenn ja, nutzen sie es auch?

Es ist eigentlich sehr traurig und auch irgendwie pervers, dass Kleidung, sobald das Preisschild entfernt und sie zumindest einmal getragen wurde, praktisch keinen Wert mehr besitzt. Bei vielen schlummert das Kleidungsstück fortan als ungenutzte Ressource im Kleiderschrank, andere werfen es nach ein paar Mal Tragen weg.

Auch für uns, die ihre Kleidung selber nähen ist das Thema nicht ganz uninteressant, denn oft verlagert sich der Konsum von Fast Fashion einfach nur zur Produktion von Fast Fashion.
Viel zu oft ertappe ich mich selbst dabei, wie ich mir wünsche, dass ich mit diesem Teil schneller fertig bin, nur damit ich mit dem nächsten und dem übernächsten Stück schneller beginnen kann. Absurd, vor allem wenn man so wie ich ohnehin ständig an irgendeinem Strickstück oder genähten Kleidungsstück arbeitet.

Deshalb ist und bleibt es für mich ein ewiger Prozess, mich darauf zu besinnen, dass es mir eigentlich um die Tätigkeit an sich geht. Dass ich es liebe zu nähen oder zu stricken, dass ich mir ruhig mehr Mühe bei einem Stück geben kann um meine Kenntnisse zu verfeinern. Dass es auch ein Lernprozess ist, zu erkennen, welche Schnitte mit welchen Stoffen harmonieren, auf zeitlose Schnitte zu setzen und trotzdem die Experimentierfreude nicht zu verlieren. Mit Stolz die eigenen Fortschritte zu verfolgen und zu wissen, dass der Freund die selbstgestrickten Pullover und Jacken lieber mag als die gekauften.

I made my clothes - #whomademyclothes #fashionrevolution


Da das Thema Kleidung etwas ist, mit dem ich mich schon seit Jahren immer wieder kritisch auf meinem Blog auseinander gesetzt habe, hier noch eine Zusammenstellung ausgewählter Artikel zum Thema:

- Wertschätzung von Kleidung
- DIY und Nachhaltigkeit
- Aussortiert und nun?

Die Rückbesinnung auf das Wesentliche ist übrigens auch der Grund, warum es auf meinem eigenen Blog Green Bird momentan sehr ruhig zugeht: ich habe nicht mehr das Bedürfnis und den Druck jedes einzelne selbstgemachte Teil im Internet zu präsentieren, sondern genieße lieber im Stillen für mich.

Weiterführende Links:
Fashion Revolution - Austria


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Freitag, 10. November 2017

#EiNaB 24: Aber es ist doch so schön! Konsumfalle Weihnachten

Vom weihnachtlichen Kaufrausch

Meine Damen, meine Herren: Er beginnt. Der weihnachtliche Kaufrausch. 
Im Zuge dessen die Straßen gefüllt sind mit eilig umher hetzenden Passanten, die Schaufenster sich in kitschigster Blingbling-Hoho-Dekoration gegenseitig überbieten und die Arme der Menschen sich biegen unter den Lasten der gesellschaftsverpflichtet erworbenen Präsente. Weihnachten! Hach! 

Die schönste Zeit des Jahres, sagt man. Zurecht. 

Jedenfalls kann ich (das liegt wahrscheinlich auch der mittelmäßig bis stark ausgeprägten Introversion geschuldet) dem Zurückziehen in die heimelig gemachten vier Wände, dem stundenlangen Keksebacken, dem Kerzenanzünden, dem Räuchermännchenduft, dem Bis-in-die-Nacht-Schmökern und dem nie enden wollenden Kuscheln (alles zusammen nennt man übrigens neumodisch Hygge) sehr viel abgewinnen. 

Alternative Geschenksideen für eine besinnliche Weihnachtszeit


Ich liebe die dunkle Jahreszeit! 

Wenn es draußen ungemütlich wird, richten sich die Sinne nach innen - was insofern gut ist, als dass man sich wieder beginnt, auf das zu besinnen, was man bereits hat und sich dessen (im besten Falle) neu erfreut. 

Man staubt endlich mal wieder das Bücherregal ab und schnappt sich der Reihe nach die ungelesenen Schmöker (endlich bekommen sie die Chance, die sie verdienen!). Man verliert sich darin, Blätter, Äste und Zeige zu sammeln, um das Heim besonders schön und liebevoll zu dekorieren. Man durchstöbert die Backbücher nach den schönsten Weihnachtskeks-Rezepten und sinniert, welches Gänge-Menü eigentlich die Lieben am großen Abend besonders glücklich machen könnte. 

Und: welche Geschenke. 
Upps. Geschenke. 
Geschenke!

Das Wort hallt unangenehm nach. 

Vom Sinn und Unsinn des Schenkens


Schon Wochen (ach was: Monate!) vor dem eigentlichen Fest der Feste sind die Fernsehkanäle voll mit Werbung bezüglich der Dinge, die deinen Mann, deine Frau, dein Kind, deine Arbeitskollegin, deinen Kumpel, deine Oma, deinen Opa, deine Tante, deinen Onkel und den ganzen Rest der mehr oder weniger blutsbandeligen Verwandtschaft glücklich zu machen versprechen. 

Wir können uns nicht retten vor Anzeigen für Deos, Pralinenschachteln, Barbiepuppen, Plastikautobahnen, Klamotten, Schmuck und allerlei Luxus-und-Nippes-Tamtam, das eigentlich und bei Lichte betrachtet nur dazu dient, der über das Jahr hinweg dümpelnden und auf genau diese paar Wochen im Jahr hin fiebernden Einzelhandels-Wirtschaft noch mal einen feurigen Aufschwung zu verpassen. 

Versteht mich nicht falsch: Ich arbeite seit neuestem selbst im Einzelhandel und habe auch absolut kein Problem damit, anderen Menschen schöne Dinge zu schenken. Ich liebe schöne Dinge. Aber eben ausgesuchte. Mit Liebe kuratierte Dinge. Nützliche Dinge. 

Das ist das Stichwort: Die Dinge müssen nützlich sein. 

Und genau das sind die meisten beworbenen Dinge für die meisten Personen, denen sie geschenkt werden, eben nicht. 

Natürlich ist für sich genommen ein Parfüm nützlich - wenn ich gerade keines habe, freue ich mich, wenn mir jemand eines schenkt. Nur haben die meisten Menschen mehr als genug Parfumflaschen zuhause herumstehen - angebrochen und nicht aufgebraucht. Weil nicht nur du, sondern auch drei weitere Familienmitglieder oder Freund*innen auf diese kreative Geschenk-Idee (bevor man gar nicht schenkt!) zu welchem Anlass auch immer gekommen sind. 

Dann beginnt die Angelegenheit, unnütz zu werden. Beziehungsweise: das Ding. 

Und im Endeffekt (um die Sache abzukürzen) hast du Geld zum Fenster rausgeworfen. Weil der oder die Beschenkte sich vielleicht ein wenig über die Aufmerksamkeit freut, die Ressource, die im Geschenk selbst steckt (natürliche Ressourcen, Arbeitskraft für die Herstellung, Produktion, Versand, Lagerung, deine Suche, Anschaffung, Geldinvestition and so on) aber gar nicht wertschätzend nutzt. Weil das drölftausendste Ding von einer Sorte eigentlich nur in der Ecke stehen kann (oder andere Dinge von derselben Sorte dorthin verdrängt). Ob das jetzt eine Parfümflasche oder eine Krawatte oder ein hippes Tech-Ding ist. 

Also hast du nicht nur Geld verschwendet (was ja an und für sich genommen schon schmerzhaft genug ist), sondern auch Ressourcen, die man theoretisch anders und sinnvoller hätte verbrauchen können. 

Es ist demnach nicht nur in deinem Sinne, sinnvoll zu schenken - sondern auch im Sinne der Umwelt. Und also: dem Rest der Menschheit. (Wenn wir einmal pathetisch werden wollen.) 

 

Tafel mit Weihnachtskeksen

Ich schenke, also bin ich? 


Das Unschöne an der ganzen Konsum-vor-Weihnachten-Geschichte ist, dass man in den meisten Kreisen mehr oder weniger automatisch am Wert seines Geschenks gemessen wird. Und damit meine ich nicht den persönlichen, sondern den materiellen Wert. 

Jedenfalls will uns besagte Werbung das suggerieren. 

Auf der anderen Seite haben wir ja schon gesehen, dass unreflektierte, weil massenkompartibel (und in einigermaßener Verzweiflung erworbene) Geschenke so ziemlich das Letzte sein dürften, das beim Beschenkten freudig-glänzende Augen und in Zukunft liebevolle Erinnerungen an dich und den speziellen Weihnachtsabend hervorrufen wird. 

Was also tun? 

Jede*r von uns möchte beim Beschenktwerden als Individuum behandelt werden. Als jemand, der anderen Menschen wichtig ist. Und das drückt sich nicht in sündhaft teuren, aber sinnfreien Uhren, Ketten und sonst was aus. Sondern in sorgfältig überlegten Präsenten. Die auch gerne mal etwas kleiner, aber dafür punktgenau auf die Bedürfnisse der Person abgestimmt ausgesucht sein dürfen. 

Denn das ist doch eigentlich der wahre Wert beim Schenken: die persönliche Investition, die es erfordert, für eine Person genau das Richtige aus diesem Wirrwarr an Konsumgütern, das uns zu ertränken droht, wenn wir nicht aufpassen, heraus zu suchen. 


Die Energie, die wir hineinstecken, um eine geliebte Person genau kennenzulernen, womöglich die geheimen Wünsche zu erahnen, die Zeit, die wir aufbringen, genau das (das!) und kein anderes Ding zu finden - das ist der Wert des Schenkens. Nicht der Preis, der letzten Endes auf dem Etikett steht. 
Dingfreiheit unter'm Weihnachtsbaum?

Dingfreiheit unter'm Weihnachtsbaum? 

Collect moments, not things.
Es ist eines meiner Lieblingsmottos (oder: -motti?), das dafür sorgt, dass ich immer wieder Gutscheine verschenke - die dann am Ende nicht so fulminant viel Platz in einer Geschenkeschachtel beanspruchen, aber dafür einen ganz anderen Wert haben, der von allen geschätzt wird: Nähe. 

Ich will schon lange mal wieder Wandern gegangen sein - und ich weiß, dass es Freundin xy ganz genauso geht. Warum schenke ich ihr zu Weihnachten nicht einen Gutschein zum Heraufkraxeln zu einer wunderschönen Almhütte? Oder für einen Wochenendwandertrip in den Schwarzwald? 

Es kommt einem so furchtbar spießig vor, solche Dinge zu verschenken (die eigentlich gar keine Dinge sind - ihr wisst schon). Aber im Endeffekt haben alle etwas davon: Du, die Beschenkten und vielleicht noch ein paar andere Menschen mehr (falls ihr die in euer Eventerlebnis mit einbeziehen möchtet). 

Denn der Knackpunkt an der Sache mit den Erlebnisgeschenken (deren kommerzielle Anbieter nicht umsonst in den letzten Jahren wie Pilze aus dem Boden geschossen sind) ist der: Man erinnert sich an sie. 


Wenn ihr selbst auf euer bisheriges Leben zurückschauen solltet und das beschreiben müsstet, was euch am meisten in Erinnerung geblieben ist - dann werdet ihr mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht von den silbernen Ohrringen, die ihr von Schatzi zu Weihnachten 2000 geschenkt bekommen habt, anfangen zu schwärmen. Oder von dem neuen IPhone. Oder der unfassbar tollen schweizer Uhr. Oder irgendeinem anderen Ding. 

Ihr werdet euch an Erlebnisse erinnern. 

An eine tolle Nacht unter den Sternen vielleicht. An euer erstes Baden im Fluss. An durchwachte Nächte voller Lachen und Freundentränen in den Augen. An den Spaß, den ihr beim Reisen mit einer lieben Person hattet. An die Dinge, die damals auch verdammt schief gelaufen sind. An Ärger, Freude, Wut, Hass, Trauer - immer verbunden mit den jeweiligen Auslösern. 

Wir sind Erlebnisse, nicht Dinge. Das sollten wir niemals vergessen. Auch nicht bei der Geschenke-Auswahl. So schön materielles Schenken auch sein mag.  

Auf ein frohes Schenken! 

Bild-Credits:  (1) Photo by Andrew Neel on Unsplash  (2) Photo by Jennifer Pallian on Unsplash
(3) Photo by Annie Spratt on Unsplash

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